Nürnberg - Die Wohnungssuche mit Hund kann zur echten Herausforderung werden – nicht jeder Vermieter erlaubt Vierbeiner. Mit den richtigen Strategien können Sie die Chancen auf ihre Traumwohnung aber erhöhen. Auf diese Dinge kommt es bei der Wohnungssuche an.
05.04.2026 08:00 Uhr

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Die Wohnungssuche in Deutschland ist oft schon herausfordernd – doch mit Hund wird sie für viele zur echten Königsdisziplin. Zahlreiche Vermieter stehen Vierbeinern skeptisch gegenüber, sei es aus Angst vor möglichen Schäden in der Wohnung oder wegen befürchteter Lärmbelästigung durch Bellen.

Für Hundehalter bedeutet das: Die Auswahl an passenden Mietwohnungen ist deutlich eingeschränkt. Mit den richtigen Strategien und einer guten Vorbereitung lässt sich die Suche jedoch erfolgreich meistern – wir zeigen, worauf es ankommt.

Nutzen Sie gezielt entsprechende Filtermöglichkeiten: Auf verschiedenen Immobilienportalen, wie ImmoScout24, können Sie gezielt nach Mietwohnungen suchen, in denen Haustiere erlaubt sind oder zumindest „nach Vereinbarung“ gehalten werden dürfen. So sparen Sie Zeit und vermeiden unnötige Besichtigungstermine für Wohnungen, in denen Hunde oder andere Tiere nicht willkommen sind.

Wer mit Hund eine Wohnung sucht, sollte von Anfang an mit offenen Karten spielen. Es ist wichtig, den Vierbeiner bereits in der Bewerbung zu erwähnen – Ehrlichkeit schafft Vertrauen und erhöht die Chancen auf ein langfristig gutes Mietverhältnis. Verschweigen Sie Ihren tierischen Mitbewohner nicht, sondern erwähnen Sie ihn bereits bei der ersten Kontaktaufnahme.

Sinnvoll ist es außerdem, mögliche Vorbehalte aktiv abzubauen. Ein guter Eindruck kann viel bewirken – etwa, indem Sie Ihren Hund zur Wohnungsbesichtigung mitbringen und zeigen, dass er gut erzogen und ruhig ist.

Vermieter dürfen die Hundehaltung zwar nicht pauschal verbieten, können sie im Einzelfall jedoch begründet ablehnen. Wer ohne Erlaubnis einen Hund in der Mietwohnung hält oder diesen verschweigt, riskiert im schlimmsten Fall sogar die Kündigung des Mietvertrags.

Doch auch unabhängig von rechtlichen Konsequenzen kann ein unerlaubter Hund das Verhältnis zum Vermieter dauerhaft belasten – vor allem, wenn dieser erst im Nachhinein davon erfährt. Transparenz ist deshalb entscheidend: Klären Sie am besten frühzeitig, ob Hundehaltung erlaubt ist, und sprechen Sie das Thema offen an.

Hilfreich kann auch ein Schreiben Ihres aktuellen oder vorherigen Vermieters sein – eine Art „Mieter-Hunde-Zeugnis“. Darin kann bestätigt werden, dass Sie und Ihr Hund zuverlässige und angenehme Mieter sind.

Eine solche Bescheinigung, die belegt, dass Ihr Tier im vorherigen Mietverhältnis keine Probleme verursacht hat, kann bei der Wohnungssuche oft den entscheidenden Unterschied machen.

Mit dem Nachweis einer Hundehaftpflichtversicherung zeigen Sie zudem, dass mögliche Schäden in der Wohnung von der Versicherung abgedeckt sind. Schicken Sie diese gerne vorab dem Vermieter zu oder bringen sie eine ausgedruckte Version zur Besichtigung mit.

Auch Hundeführerscheine oder eine Begleithundeausbildung belegen die gute Ausbildung Ihres Tieres und können Vermieter von Ihren Haustier überzeugen.

Handelt es sich um Ihre Traumwohnung in bester Lage, könnten Sie – sofern es finanziell möglich ist – auch eine etwas höhere Mietkaution oder eine geringfügig erhöhte Miete anbieten, um den Vermieter zu überzeugen. Sollte dies dennoch nicht ausreichen, ist es besser, von der Wohnung Abstand zu nehmen. Schließlich möchten Sie und Ihr Hund dort in Ruhe wohnen und sich wirklich willkommen fühlen.

Eine aktuelle Analyse des Portals ImmoScout24 zeigt: Für Haustierbesitzer ist die Wohnungssuche in Deutschland oft schwierig. Nur rund 41 Prozent aller Mietwohnungen sind grundsätzlich für Mieter mit Haustieren geeignet. Dabei sind Haustiere lediglich in acht Prozent der Angebote ausdrücklich erlaubt, während bei weiteren 33 Prozent die Tierhaltung nur nach individueller Vereinbarung möglich ist. Für mehr als die Hälfte der Wohnungen bedeutet das: Tierhalter haben keine Chance.

Besonders angespannt ist die Lage in Bayern. Hier ist das Angebot an haustierfreundlichen Mietwohnungen bundesweit am geringsten. Ein extremes Beispiel liefert der Landkreis Haßberge: In der unterfränkischen Region kommen Haustierbesitzer nur für 14 Prozent der Mietwohnungen infrage – ein Negativrekord in Deutschland.

Auch in der München ist die Situation schwierig. In der bayerischen Landeshauptstadt ist lediglich etwa jede vierte Wohnung (26 Prozent) für Mieter mit Haustieren geeignet. Damit bildet München das Schlusslicht unter den deutschen Großstädten.