Gunzenhausen - Das Jahr 2025 stand wahrlich im Zeichen des Fisches. Doch nicht nur ein gewisser bissiger Wels sorgte im Fränkischen Seenland für Aufsehen. Über Hunde, Pferde und Vögel gab es gleichermaßen viel zu berichten. Ein Überblick.
28.12.2025 05:00 Uhr

Zwischen Sorge, Empörung und Hoffnung bewegten sich die Tier-Geschichten, die die Region bewegt haben. 2025 bleibt in Gunzenhausen und in Altmühlfranken wohl als das Jahr in Erinnerung, in dem Tiere immer wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit standen – mal als Auslöser von Schlagzeilen, mal als stille Leidtragende, mal als Hoffnungsträger für den Naturschutz.

Vom Brombach- und Altmühlsee bis nach Ansbach und Wolframs-Eschenbach spannte sich ein Reigen aus dramatischen Vorfällen, bemerkenswerten Rettungen, politischen Debatten und herzerwärmenden Initiativen. Unser Rückblick bündelt die wichtigsten Tier-Geschichten des Jahres – und zeigt, wie eng Natur, Mensch und Tier in Mittelfranken miteinander verwoben sind.

Die Wels-Welle am Brombachsee: Wie ein Fisch ein ganzes Seengebiet in Atem hielt

Gleich mehrere Vorfälle mit großen Welsen („Waller“) ließen den Brombachsee im Sommer zur Schlagzeilen-Bühne werden. Ein 205 Zentimeter langes Tier verletzte Badegäste bei Allmannsdorf – und es entstand eine Diskussion über das Verhalten von Anglern, über Badezonen und den menschlichen Eingriff in die Natur allgemein. Kurz darauf kam es zu einem weiteren Angriff, bei dem ein Schwimmer am Arm verletzt wurde. Für viele war es eine Lehrstunde, dass Wildtiere – auch im Naherholungsgebiet – ihren eigenen Regeln folgen.

Tierseuchen im Landkreis: Geflügelpest erreicht Altmühlfranken

Die Geflügelpest (Vogelgrippe) breitete sich in Deutschland aus und erreichte den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Eine Wildente brachte den ersten gesicherten Nachweis, wenig später wurden infizierte Tiere sowohl am Altmühl- als auch am Brombachsee gefunden. Für Geflügelhalter bedeutete das erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen, für Spaziergänger und Wassersportler klare Verhaltensregeln.

Tierschutzfälle, die erschüttern – und Menschen, die helfen

In Ansbach wurden 15 Pferde wegen schwerer Tierschutzmängel beschlagnahmt – ein Fall, der Betroffenheit auslöste und die Suche nach Pflegeplätzen dringlich machte. In Wolframs-Eschenbach sorgte die Tötung mehrerer Weihnachtsgänse mit Steinen für Fassungslosigkeit in der Bevölkerung. Auch aus Kalbensteinberg erreichte die Öffentlichkeit ein Hilferuf: Dem Gnadenhof für Zirkustiere ging das Futter aus. Die Videobotschaft aktivierte Unterstützerinnen und Unterstützer.

Zwischen Heimat und Zuhause: Tiervermittlung mit Herz

Wenn Tiere Schutz und ein Zuhause brauchen, finden sie im Tierheim in Gunzenhausen einen Unterschlupf. Hunde, Babykatzen und ein „spezieller Gast“ suchten in Gunzenhausen ein Zuhause. Ein besonderes Format hatte das „Bark Date“ am Kleinen Brombachsee: 30 Hunde gingen sozusagen auf Tuchfühlung mit potenziellen Halterinnen und Haltern.

Tierbegegnungen: Zwischen Faszination und Vorsicht

Ein Uhu griff in Haundorf eine Spaziergängerin an; der Fall erinnerte daran, dass Brut- und Revierverhalten missverstanden werden kann und wie wichtig Verhaltenstipps in solchen Situationen sind. In Gunzenhausen biss ein unbeaufsichtigter Schäferhund den Zwergpinscher Bibi – ein Mahnmal, wie wichtig Aufsicht und Leinenführung sind. Auch die Frage einer Familie aus Haundorf schlug Wellen: Warum dürfen Jäger in Bayern Katzen schießen? Die Debatte berührte empfindliche Knotenpunkte zwischen Jagdrecht, Artenschutz und Haustierethik.

Rettungen, die in Erinnerung bleiben

Ein Bulle, der in Megesheim in eine Güllegrube stürzte, beschäftigte Feuerwehr und Einsatzkräfte – eine aufwändige, aber am Ende erfolgreiche Tierrettung. Tragisch hingegen verlief ein Waldbrand bei Wolframs-Eschenbach, in dessen Folge ein Hund im Auto verbrannte. Doch es gab auch Lichtblicke: Ehrenamtliche streifen bei der Rehkitzrettung in Pfofeld durch das hohe Gras. Sie retten kleine Rehe vor den Mähmaschinen, die im Frühjahr über die Felder fahren.

Wenn Tier und Politik aufeinandertreffen

Der Circus Barnum erhielt in Gunzenhausen keinen Festplatz auf dem Schießwasen, den Zirkussen ist das schon seit etlichen Jahren nicht erlaubt. Währenddessen kämpfte das Raubkatzenasyl bei Ansbach ums Überleben. Als Bayerns einziges Refugium seiner Art geriet es unter finanziellen und genehmigungsrechtlichen Druck.

Seenlandschaft im Fokus: Management zwischen Ökologie und Nutzung

Auch in diesem Jahr gab es eine Weißfisch-Entnahme am Altmühlsee: Der Fischereiverband Mittelfranken zog tonnenweise Weißfische heraus, um den Blaualgenblüten im Sommer entgegenzuwirken. Helfen soll hierbei auch das Gänse-Management: Rund 4000 Gänse am Altmühlsee beschäftigten Jäger, Gemeinden und Naturschutz – ein Balanceakt zwischen Schutz, Landwirtschaftsverträglichkeit und Erholungsnutzung. Weniger nervenaufreibend waren die Wasserbüffel an der Altmühl: Die robusten Weidetiere sollen empfindliche Wiesenbrüter schützen helfen, indem sie Verbuschung verhindern und Feuchtflächen pflegen.