Gunzenhausen/Landkreis Roth/Weißenburg - Nach der zweiten Attacke von Welsen gegen Badegäste im Großen Brombachsee reagiert jetzt das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. Zusammen mit dem Fischereiverband Mittelfranken will es für mehr Sicherheit sorgen.
03.07.2025 14:42 Uhr

Nach der zweiten Waller-Attacke im Großen Brombachsee reagiert nun die Politik. „In den vergangenen Wochen kam es leider am Großen Brombachsee zu zwei Vorfällen, bei denen Badegäste durch einen Wels verletzt wurden“, verkündet das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen am Donnerstagnachmittag (3. Juli) in einer Pressemitteilung.

Die Kreisbehörde steht demnach „in enger Abstimmung mit den Polizeiinspektionen im Landkreis, mit dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach (WWA) als Gewässereigentümer, dem Zweckverband Brombachsee (ZVB) sowie auch mit dem Fischereiverband Mittelfranken“. Und sie betont: „Der Brombachsee ist weiterhin geeignet für Badegäste.“

Der Wels sei ein großer Süßwasserfisch, der sich über seinen ursprünglichen Lebensraum hinaus verbreitet hat und immer mehr auch in Stauseen wie dem Brombachsee vorkomme, heißt es weiter. „Der Wels ist ein klassischer Gewinner des Klimawandels. Die Gewässer werden immer wärmer, sodass sich diese Art mehr und mehr verbreiten kann“, erklärt Hans Padberg vom Fischereiverband Mittelfranken. „Die beiden Welse, die nun am Brombachsee Badegäste angegriffen haben, haben vermutlich ihren Laich verteidigt.“

Eigentlich nutze der Wels die ruhigen Laichplätze an den Ufern im Bereich der Naturschutzgebiete. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes habe sich der Fisch dieses Jahr wohl für die schattigen Flächen unter den Badeinseln entschieden. „Die Laichzeit ist im Juli auch vorbei, sodass der Laich dann nicht mehr von den Fischen beschützt wird“, so Padberg.

Nach doppeltem Welsangriff am Brombachsee: Sofortmaßnahmen werden eingeleitet

Als Sofortmaßnahme hat Landrat und ZVB-Vorsitzender Manuel Westphal gemeinsam mit dem WWA den Fischereiverband gebeten, eine Echolotbefahrung entlang der Seezentren, speziell der Badeinseln, zu machen, um weitere Laichplätze zu entdecken und so für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Vorsorglich könnten die Badeinseln dann abgesperrt werden. „Wir bedanken uns dafür, dass uns der Fischereiverband so schnell und aktiv unterstützt!“, erklärt Westphal laut Mitteilung.

Das WWA sei in enger Abstimmung mit dem Fischereiverband, welche Maßnahmen in Zukunft mit Blick auf die steigende Population in den Seen durchgesetzt werden können.

Landratsamt und WWA machen darauf aufmerksam, dass beim Baden in einem Naturbadesee immer eine gewisse Gefahr bestehe, heißt es weiter, da die Gewässer Lebensraum für Fische und andere Wasserlebewesen seien. Diese Tiere könnten unerwartet in der Nähe von Schwimmern auftauchen oder sich in Pflanzen und Schlamm verstecken.

Auch wenn die meisten Fische für Menschen ungefährlich seien, können plötzliche Bewegungen oder Begegnungen zu kleinen Verletzungen führen. Daher solle man beim Baden im See immer vorsichtig sein und respektvoll mit der Natur umgehen, so die Behörde. Insbesondere auf Kinder sei bei jedem Badebesuch – egal ob im See oder im Freibad – zu achten.


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