Nürnberg - Kinder und Jugendliche schreiben immer weniger mit der Hand und immer unleserlicher, klagt der bayerische Philologenverband zum Tag der Handschrift am 23. Januar. In Franken gibt es mehrere Ansätze, das zu ändern.
23.01.2026 08:00 Uhr

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Kleine Einkaufszettel, einmal im Jahr Urlaubskarten und vielleicht noch To-do-Listen – im digitalen Zeitalter mit Smartphones, Computern und Tablets wird nur noch wenig mit der Hand geschrieben. Das zeigt sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen, und Expertinnen und Pädagogen reagieren darauf unterschiedlich.

In der Region gibt es mehrere Ansätze, die sich mit Handschrift, Schreibschrift und der Motorik befassen, die es für die Kulturtechnik des Schreibens mit Stift und Papier braucht. Es geht um Förderung – aber auch um die Frage, was abgeschafft werden kann.

So ist in Deutschland die Schreibschrift an den Grundschulen längst nicht mehr flächendeckend Pflicht. In mehreren Bundesländern ist auch die auf Druckbuchstaben basierende sogenannte Grundschrift als alleinige Ausgangsschrift erlaubt.

Auch Eva Odersky von der Uni Eichstätt plädiert für eine Abschaffung der Schreibschrift:

Die Frage, ob Schreibschrift noch ein Muss ist, wird sogar bayernweit geprüft.

Auch fünf Schulen in Mittelfranken sind bei einem bayernweiten Testlauf dabei. Die Laufer Ergotherapeutin Dorothea Schumann hält das für sinnvoll, denn „viele Kinder haben mit der Schreibschrift schon erhebliche Probleme“, beobachtet sie.

Mit der Hand zu schreiben, ist auch keine simple Angelegenheit. Die Handschrift sei ein kreativer Prozess, an dem 30 Muskeln und 17 Gelenke beteiligt seien, schreibt beispielsweise die Krankenkasse AOK. Eine uralte Kulturtechnik, die zwölf Areale im Gehirn herausfordere.

Vielen Kindern fällt die motorische Herausforderung, die das Schreibenlernen mit sich bringt, aufgrund der Komplexität schwer. Eltern können helfen, schon in der Kindergartenzeit eine gute Grundlage zu legen und den Prozess zu unterstützen, rät Expertin Tali Hoffmann.

Auch ein Projekt aus Heroldsberg setzt sich dafür ein, Kindern das Schreibenlernen zu erleichtern. Dabei gehen Ehrenamtliche in Kindergärten, um mit den Kleinsten grundlegende Fähigkeiten zu üben. Und auch ein intelligenter Stift spielt eine Rolle.