Weißenburg/Gunzenhausen - Erneuerte Liste und Aufschwung im Rücken: Die Linke hatte im Landkreis zuletzt schwere Zeiten hinter sich, konnte bei der Bundestagswahl aber auch lokal Erfolge feiern. Nun stehen die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kreistagsliste.
07.11.2025 17:58 Uhr

Die Linke in Weißenburg-Gunzenhausen hat harte Jahre hinter sich. Mittlerweile gibt es keinen einzigen Mandatsträger im Landkreis mehr, der ein Parteibuch der Linken hat. Dabei war die Partei zu ihren besten Zeiten in den Stadträten von Weißenburg und Gunzenhausen sowie im Kreistag vertreten.

Aber die Linke ist im Landkreis nach wie vor präsent, wie sie nun mit der Nominierung ihrer Kreistagsliste unter Beweis stellt. Unter der Führung der Treuchtlingerin Nadja Gschwendtner haben sich 23 Personen bereit erklärt, für die Linke in den lokalen Wahlkampf zu ziehen.

Ein Blick auf die Namen zeigt, dass sich die Partei zum einen grundlegend erneuert, zum anderen verkleinert hat. 2020 fanden sich 34 Personen, die für die Linke kandidieren wollten. Grundsätzlich darf jede Partei bis zu 60 Kandidaten auf die Liste stellen. Der Umfang wird in aller Regel auch genutzt, wenn sich genügend Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung stellen.

Eine personelle Rundumerneuerung

Man kann personell zudem von einer Rundumerneuerung sprechen. Nur sechs Personen finden sich auf der Liste, die auch 2020 schon angetreten waren. Von den zehn Kandidierenden mit den besten Ergebnissen bei der Wahl

2020 finden sich nur zwei auf dem neuen Wahlvorschlag. Dabei handelt es sich um die Weißenburgerin Eva-Sieland-Hirschmann, die in Weißenburg auch schon für das Amt der Oberbürgermeisterin kandidiert hatte, und um die Kreissprecherin Dagmar Eisen aus Weißenburg.

Mit Victor Rother und Felix Goldhorn fehlen die beiden Stimmenkönige der vergangenen Wahl, die gemeinsam rund 13 Prozent aller Linken-Stimmen auf sich vereinten. Beide sind nach internen Unstimmigkeiten mit den lokalen Parteigremien zwischenzeitlich bei den Linken ausgetreten und sitzen aktuell als Parteilose im Weißenburger Stadtrat beziehungsweise dem Kreistag. Rother kandidiert als Parteiloser auf der Grünen-Liste für den Stadtrat (wir berichteten).

Paritätisch besetzte Liste

Ebenfalls nicht mehr auf der Liste sind Heinz und Andrea Rettlinger, die als Gunzenhausener Urgesteine der Linken gelten dürfen und bei der Wählergunst das letzte Mal auf Platz drei und vier lagen.

Den aktuellen Wahlvorschlag führt Nadja Gschwendtner an. Die Sozialarbeiterin aus Treuchtlingen hatte sich für die Linken zuletzt um das Direktmandat im Wahlkreis für den Bundestag beworben. Markus Thürauf, Heilerziehungspfleger aus Pappenheim, kandidiert auf Listenplatz zwei. Eva Sieland-Hirschmann folgt auf Rang drei, Max Kallenbach aus Ellingen auf vier. Dagmar Eisen aus Weißenburg kandidiert auf Platz fünf.

„Besonders stolz sind wir darauf, dass wir eine paritätisch besetzte Liste aufstellen können, bei der Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind“, so Kreissprecherin Eisen. Tatsächlich sind die Frauen auf der Liste der Linken mit zwölf zu elf sogar in der Mehrheit, was bislang noch keiner anderen Partei gelang.

Berufliche Diversität

„Mich freut außerdem die berufliche Diversität unserer Kandidierenden. Vom Kfz-Azubi über die Studentin, die Fachkräfte aus Handwerk, Industrie, Pflege, Gesundheit, Bildung und Erziehung bis zur Rentnerin haben wir ein schönes Abbild der Landkreisbewohnerinnen und -bewohner“, ergänzt Spitzenkandidatin Gschwendtner.

Inhaltlich war man sich in den Redebeiträgen bei der Nominierungsversammlung in Weißenburg einig. „Linke Kreispolitik bedeute, für die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, die auf den Lohn aus Arbeit angewiesen ist und nicht von ihrem Vermögen lebt, einzutreten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

„Zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge wie Gesundheit, Wohnen, Bildung, Energie, Wasser und Verkehr dürfen ebenso wenig wie der Umweltschutz den Interessen einzelner Familien und Unternehmen untergeordnet werden“, so Gschwendtner.

Auf Bundesebene Erfolge

Bei den vergangenen Wahlen hatte die Linke mit einem Anteil von 2,15 Prozent der Stimmen einen Kreistagssitz geholt. Der ging – nachdem Victor Rother mit Verweis auf sein Stadtratsmandat verzichtet hatte – an Felix Goldhorn.

Auf Bundesebene hat die Linke zuletzt wieder Erfolge erzielen können. Man zog mit 8,8 Prozent ins deutsche Parlament ein, und auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sammelte man fast fünf Prozent ein. Ein Ergebnis, das bei der Kreistagswahl leicht für ein bis zwei Sitze reichen würde.

Kreistagsliste Die Linke

1. Nadja Gschwendtner – Sozialarbeiterin, Treuchtlingen

2. Markus Thürauf – Heilerziehungspfleger, Pappenheim

3. Eva Sieland-Hirschmann – Arzthelferin i. R., Weißenburg i. Bay.

4. Max Kallenbach – Elektrotechniker, Ellingen

5. Dagmar Eisen – Rentnerin, Weißenburg i. Bay.

6. Thomas Schredl – Fahrzeuglackierer, Treuchtlingen

7. Lena Hölzl – Erzieherin, Solnhofen

8. Jonathan Krug – Auszubildender, Dittenheim

9. Lena Wiedemann – Studentin, Gunzenhausen

10. Mathias Brückel – Tiefbaufacharbeiter, Pappenheim

11. Katja Schuster – Grundschullehrerin, Pleinfeld

12. Johannes Jordan – Zimmerer, Weißenburg i. Bay.

13. Diane Sierkowski – Textilveredlerin, Pappenheim

14. Christian Oechslein – Pflegefachkraft, Gunzenhausen

15. Valeria Burman – Operationstechnische Assistentin, Gunzenhausen

16. Frank Steinmann – Pflegefachkraft, Weißenburg i. Bay.

17. Cora Kallenbach – Gestalterin, Ellingen

18. Christof Schöffel – Arbeiter, Weißenburg i. Bay.

19. Kristina Ingerl – Lehrkraft, Treuchtlingen

20. Joachim Sieland – Kaufmann i. R., Weißenburg i. Bay.

21. Birgit Stillich – Reinigungskraft, Weißenburg i. Bay.

22. Veronika Löffler – Altenpflegerin, Treuchtlingen

23. Werner Rottler – Kunststoffformengeber, Treuchtlingen