Weißenburg/Gunzenhausen - „Der Wahlkampf ist angebrochen, spätestens ab heute“, so schwor Alexander Höhn die CSU auf die kommenden Monate ein. Gemeinsam stellte man das Team hinter Landrat Westphal auf: die 60 Kandidaten, die in den Kreistag Weißenburg-Gunzenhausen wollen.
01.11.2025 04:58 Uhr

Dabei gilt: Je mehr Sitze die Partei einfährt, umso einfacher wäre es für Manuel Westphal, sollte er als Landrat erneut ins Amt kommen. Aktuell hat die CSU 26 Abgeordnete im Kreistag. Geht es nach Höhn, „dürfen das auch ein paar mehr sein“. „Wir sind ein Team“, stellte dieser mit Blick auf die Liste fest. „Und zwar von Platz eins bis 60 hervorragend aufgestellt.“ Oder in Namen ausgedrückt von Manuel Westphal (1) bis zu seinem Vater Robert Westphal (60).

Die Kreisvorsitzende der CSU und Treuchtlinger Bürgermeisterin, Dr. Dr. Kristina Becker, sprach von einer starken Liste, die die Vielfalt im Landkreis abbilde. Das ist richtig, was die Regionalität betrifft. Die Partei hat Kandidaten aus 26 von 27 Landkreisgemeinden nominiert. Ein Kunststück, das vermutlich keiner anderen Partei in Weißenburg-Gunzenhausen gelingen dürfte. Zum vollständigen Glück fehlt nur Nennslingen.

In den politischen Ruhestand

Die Lücke entsteht durch einen der prominentesten Abgänge auf der CSU-Liste. Günter Obermeyer, ehemals Nennslinger Bürgermeister und aktuell stellvertretender Landrat, zieht sich aus der Kreispolitik zurück. Das gilt auch für andere lang gediente Kreispolitiker wie den Gunzenhausener Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, den Alterspräsidenten Dr. Sigurd Schacht, den früheren Treuchtlinger Bürgermeister Wolfgang Herrmann, Friedrich Rabus, Helmut Rottler oder Anita Dollinger.

Prominente Abgänge, doch mit Blick auf das Wahlergebnis von vor sechs Jahren muss man feststellen: Von den zehn CSU-Kandidaten mit den meisten Stimmen tritt mit Fitz nur ein einziger nicht mehr an. Aus der Top 20 allerdings sind es sieben Absenzen. Es scheint also einen Wechsel in der zweiten Riege der CSU zu geben. Immerhin neun von aktuell 26 CSU-Räten stellen sich nicht mehr zur Wahl.

Beim Blick auf die Neuzugänge fallen zwei Frauen in den Top Ten auf. Ingrid Pappler auf Listenplatz sechs ist eine erste Überraschung. Die 65-jährige Schulleiterin aus Gunzenhausen hat bislang noch kein Mandat, als Vorsitzende der Frauen-Union ist sie allerdings die Repräsentantin der Frauen in der Partei.

Frauen in der Kommunalpolitik

Und die sind weiterhin eher rar gesät. Nach zwölf Frauen auf der CSU-Liste 2020 sind diesmal 13 von 60 Kandidierenden weiblich, die Kreisvorsitzende Kristina Becker sparte es sich aber, daraus einen Aufwärtstrend abzuleiten. Sie stellte eher etwas resigniert fest, dass es den anderen Parteien auch nicht besser gehe, und deutete an, dass es aus ihrer Sicht einen allgemeinen Mangel an Frauen in der Kommunalpolitik gebe.

Neben Becker selbst und Ingrid Pappler findet sich mit der Weißenburger Allgemeinärztin Dr. Frederike Scheel eine dritte Frau in der Top-Ten-Liste, die damit beste Chancen hat, in den nächsten Kreistag einzuziehen. Die 32-Jährige gilt als Nachwuchshoffnung der CSU und hatte schon für die Weißenburger Stadtratswahl eine aussichtsreiche Platzierung bekommen.

Bewährtes Prinzip

Ansonsten hat die CSU nach dem bewährten Prinzip „Amtsträger nach vorne“ nominiert. Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer nimmt den Platz hinter Westphal ein, dann folgt Treuchtlingens Bürgermeisterin vor dem Weißenburger OB-Kandidaten Tobias Kamm und dem CSU-Bewerber für das Gunzenhausener Bürgermeisteramt, Matthias Hörr. Der Fraktionsvorsitzende Alexander Höhn kommt ebenfalls in den Top Ten unter, genauso wie der 26-jährige Kreisvorsitzende der Jungen Union, Manfred Pappler, aus Gunzenhausen, bei dem es sich um den Enkel von Ingrid Pappler handelt.

Auf den Plätzen folgen die weiteren Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten der größeren Landkreisgemeinden: Günter Ströbel (Dittenheim), Pleinfelds Stefan Frühwald, Volker Satzinger aus Burgsalach, Walter Gloßner aus Bergen, Dirk Lina (Ellingen, Kandidat) und Florian Gallus (Pappenheim).

Aussichtsreiche Listenplätze

Prominent platzierte Frauen sind Erika Gruber (15) aus Gunzenhausen, die auch mit 77 Jahren noch mal in den Kreistag will und bei der letzten Wahl das sechstbeste Ergebnis aller CSU-Kandidaten eingefahren hat, und Martina Wein (16), der Weißenburgerin aus dem Ortsteil Holzingen hatte man schon auf der Stadtratsliste der CSU einen aussichtsreichen Platz zugedacht. Nur einen Platz dahinter folgt mit der 67-jährigen Ingrid Meyer aus Gunzenhausen eine Stadträtin.

Neu und aussichtsreich auf der Liste (21) platziert ist Diana Oster aus Heidenheim. Die 36-Jährige ist Vorsitzende des Jagdvereins Gunzenhausen und war im Zuge der Diskussionen um das Naturschutzgroßprojekt „Chance.Natur“ stärker in die politische Öffentlichkeit geraten.

Auffallende (Nicht-)Besetzungen

Bemerkenswert auch, dass sich Ellingens amtierender Bürgermeister Matthias Obernöder auf der Liste findet. Er war von seinem eigenen CSU-Ortsverband nicht mehr für die nächste Wahl im März kommenden Jahres nominiert worden, hadert aber offenbar nicht grundlegend mit seiner Partei.

Auf den letzten beiden Listenplätzen finden sich zwei politische Veteranen, die trotz ihrer Platzierung durchaus Chancen haben, auch 2026 im Kreistag zu sitzen: Robert Westphal und Willi Renner. Der frühere stellvertretende Landrat und der Pfofelder Bürgermeister gelten als Stimmenmagneten, die durchaus nach vorne gewählt werden könnten.

Bemerkenswert ist auch, wen man nicht auf der Liste findet. Etwa den CSU-Kreisgeschäftsführer Denis Glotz, der die vergangenen Jahre sehr präsent im organisatorischen Alltag der Partei in Altmühlfranken war. Er moderierte auch Teile der Nominierungsveranstaltung in der Treuchtlinger Stadthalle. Sein Fehlen auf der Liste wurde allerdings nicht weiter erklärt.

1. Manuel Westphal (Meinheim)

2. Artur Auernhammer (Oberhochstatt)

3. Dr. Dr. Kristina Becker (Treuchtlingen)

4. Tobias Kamm (Weißenburg)

5. Matthias Hörr (Gunzenhausen)

6. Ingrid Pappler (Gunzenhausen)

7. Alexander Höhn (Ellingen)

8. Manfred Pappler (Gunzenhausen)

9. Günter Ströbel (Dittenheim)

10. Dr. Frederike Scheel (Weißenburg)

11. Stefan Frühwald (Pleinfeld)

12. Volker Satzinger (Burgsalach)

13. Walter Gloßner (Bergen)

14. Dirk Lina (Ellingen)

15. Florian Gallus (Pappenheim)

16. Erika Gruber (Gunzenhausen)

17. Martina Wein (Weißenburg)

18. Inge Meier (Gunzenhausen)

19. Uwe Linß (Treuchtlingen)

20. Werner Kastner (Haundorf)

21. Diana Oster (Heidenheim)

22. Susanne Gebhardt (Weißenburg)

23. Sabine Käsberger (Weißenburg)

24. Matthias Strauß (Treuchtlingen)

25. Herbert Weigel (Westheim)

26. Helmut Schmaußer (Absberg)

27. Martin Goppelt (Alesheim)

28. Stephan Hoyer (Muhr)

29. Joachim Wegerer (Raitenbuch)

30. Willi Maderholz (Ettenstatt)

31. Jens Bauch (Langenaltheim)

32. Kristin Rathsam (Langenaltheim)

33. Nicole Vierheller (Theilenhofen)

34. Matthias Obernöder (Stopfenheim)

35. Wolfgang Braun (Gnotzheim)

36. Tim Schelenz (Treuchtlingen)

37. Sebastian Münch (Solnhofen)

38. Volker Sanwald (Gunzenhausen)

39. Jürgen Brenner (Gunzenhausen)

40. Alexander Fitzner (Muhr)

41 Tobias Ludwig (Pleinfeld)

42 Marco Hönle (Polsingen)

43. Karl Heckl (Treuchtlingen)

44. Arno Dernerth (Gunzenhausen)

45. Richard Krach (Pleinfeld)

46 Katja Schmid (Treuchtlingen)

47. Tina Grünwedel (Weißenburg)

48. Friedrich Kolb (Gunzenhausen)

49. Simon Schart (Pfofeld)

50. Robert Loy (Weißenburg)

51. Franjo Sestak (Weißenburg)

52. Bendikt Kerstenhan (Pleinfeld)

53. Alexander Rosskopf (Treuchtlingen)

54. Michael Christof (Gunzenhausen)

55. Christoph Schmidt (Weißenburg)

56. Kai Fucker (Gunzenhausen)

57. Mathias Ersfeld (Markt Berolzheim)

58. Johann Seibold (Höttingen)

59. Willi Renner (Pfofeld)

60. Robert Westphal (Meinheim)