
Nach der letzten knappen Niederlage will man diesen nicht nur „endlich“ als Oberbürgermeister sehen, die CSU will ihre Fraktion mit aktuell zehn Sitzen künftig auch verstärken. Einstimmig nahmen die 34 versammelten Wahlberechtigten am Donnerstagabend in der Brauerei Pröls die vorgeschlagene Liste des Ortsverbandsvorstands an.
Er habe nun mehrere schlaflose Nächte hinter sich, bemerkte Klaus Drotziger vor der Vorstellung der Stadtratsliste. Nicht, so stellte er schnell klar, weil er verzweifelt auf der Suche nach Kandidaten war, „genau das Gegenteil war der Fall“. Das habe es umso schwerer gemacht, die Listenplätze gemeinsam mit dem Vorstand zu verteilen. Mögliche Unzufriedene beruhigte er: Die Kommunalwahl sei eine Persönlichkeitswahl. „Ich bin überzeugt, dass die Weißenburger Wähler dem ihre Stimme geben, den sie kennen, für geeignet halten und den sie in diesem Gremium sehen.“ Nicht nur Drotziger lobte die Liste, sondern auch Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer („sehr gelungen“) und Landrat Manuel Westphal („starke Liste“).
Altersdurchschnitt gesenkt
Den Altersdurchschnitt habe man im Vergleich zur letzten Wahl um ganze fünf Jahre senken können: 2020 lag der Durchschnitt noch bei 50 Jahren, nun sei man bei 45 angelangt. Noch mehr Applaus gab es, als Drotziger einen Überblick über die vertretenen Berufe gab: Von Apotheker, Forstwirt, Handwerker, Polizist bis zu Unternehmer. Tobias Kamm unterstrich, wie viele Selbstständige und Eltern junger Kinder auf der Liste stehen.
„Lebensalter, Herkunft, Vielfalt von Berufen – das bietet einen immensen Schatz an Erfahrungen“, so Drotziger. Ein Wermutstropfen: Jeder dritte Kandidat ist eine Kandidatin, erklärte der CSU-Stadtrat und fügte hinzu: da sei „zugegebenerweise noch etwas Luft nach oben“.
Erfahrene an der Spitze
Auf Listenplatz Nummer eins steht – keine Überraschung – OB-Kandidat Tobias Kamm (43; Alter jeweils zum Zeitpunkt der Wahl, ohne Gewähr). Er unterstrich seine Kernthemen, nämlich die wirtschaftliche Entwicklung und den Bereich Wohnen und Leben. Auf Platz zwei: Bundestagsabgeordneter, Kreis- und Stadtrat Artur Auernhammer (62), der Kamm seine „volle Unterstützung“ zusicherte.
Auf dem dritten Listenplatz folgt Stadträtin und Inhaberin der Greifen-Apotheke, Sabine Käsberger (45), Platz vier besetzt Klaus Drotziger (66). Nach drei Perioden als Stadträtin und zwei als zweite Bürgermeisterin will es auch Maria Schneller (74) noch mal wissen: Sie fühle sich noch mehr als fit und würde gerne dabei sein, wenn Projekte wie das Sigwart-Areal weiterentwickelt werden. Stolz fügte sie noch hinzu: Vier ihrer ehemaligen Schüler stehen auf der heute vorgestellten Kandidatenliste. Stadtrat Karl Roth (66) folgt auf Listenplatz sechs. Ihm bereite die politische Arbeit weiterhin Freude.
Die jungen Wilden
„Sechs Jahre auf der Ersatzbank – jetzt will ich in der ersten Mannschaft mitspielen“, lachte Holzingens Ortssprecherin Martina Wein (46), die auf Platz sieben steht. Die Kita-Leiterin will sich vor allem für Familien, die Ortsteile und Vereine einsetzen. Auf Platz acht lässt die CSU einen Parteilosen: Architekt Hans-Heinrich Häffner (62) will sich vor allem für die Stadtentwicklung einsetzen. „Andere Städte zahlen viel Geld für ihn“, warb Kamm für ihn, Weißenburg könne von seinem Wissen kostenlos und langfristig profitieren.
Eine aufstrebende Kommunalpolitikerin steht auf Platz neun: Friederike Scheel (32) hat vor Kurzem die größte Hausarztpraxis in Weißenburg von Dr. Lindner übernommen. Neben ihren vielen Ehrenämtern will sie sich nun auch mehr politisch engagieren. Auf Listenplatz zehn folgt ihr Robert Loy (43) nach. Der Gerichtsvollzieher hat die Hohenmühle gekauft und renoviert. Sein Motto: „Anpacken und nicht aufschieben“.
Der Rothensteiner Ortssprecher Eckhard Freist (61) steht auf Listenplatz 11. Zweimal ist der Förster nun bereits zum Ortssprecher gewählt worden und diese Jahre habe er unter „der falschen Partei“ arbeiten müssen, spielte er auf SPD-Oberbürgermeister Jürgen Schröppel an. Nun möchte er „gerne nach vorne kommen“ und mit seiner Kandidatur Tobias Kamm unterstützen. Auf Platz 12 folgt Freist ein junges Gesicht: Christoph Schmidt (29) engagiert sich im Ortsverband als Geschäftsführer und Digitalbeauftragter, er ist frisch gebackener Vater und arbeitet als Architekt unter anderem am Hospiz am Brombachsee. Die Lebensqualität für alle Generationen will er verbessern.
Auf der Liste vorgestellt
Weiter auf der Liste stehen: Franjo Sestak (42), Heizungsbaumeister und Vater dreier Kinder, Rudolf Rombs (37), Busunternehmer und Vater einer Tochter, Bianca Thiel (46), selbstständige Reiseberaterin und Elternbeiratsvorsitzende der Realschule und Susanne Gebhardt (58), Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei und Unterstützerin einer Organisation, die Straßenhunde aus Sardinien vermittelt.
Es folgt Max Lautner (26), der als Malermeister im elterlichen Betrieb arbeitet, Tina Grünwedel (31), die als Forstwissenschaftlerin tätig ist und sich als Luftgewehrschützin einen Namen gemacht hat, Arben Lumi (42), der 2021 das Friseurgeschäft Schneider in der Altstadt übernommen hat, und Jonas Trögl (23), der aktuell als Rechtsreferendar am Amtsgericht arbeitet.
Es folgen: Jakob Winkler (30), Bereitschaftspolizist in Eichstätt und aktiv beim TSV, Krenar Avdijai (21), Familienvater und neben seinem Vater Geschäftsführer der Baufirma Bona Bau, Jonas Bogner (32), Meister für Karosserie- und Fahrzeugbau und Geschäftsführer von Fahrzeug Bogner und Albert Rauenbusch (63), ein „Kind dieser Stadt“, das gleichzeitig viel in den Ortsteilen unterwegs ist.
Als Nachrücker wurden Christine Knaupp, Renate Gutmann und Silke Loy gewählt. Aktuelle Stadträtinnen und Stadträte der CSU-Fraktion, die nicht mehr auf der Liste stehen: Karl-Heinz Degen, Anita Dollinger, Fritz Felleiter und Sonja Strunz. Ina Brechenmacher







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