
Es ist ein Thema, das in Fürth für Unmut sorgt: die Deutsche Bahn. Der barrierefreie Ausbau verzögert sich auf ungewisse Zeit und in wenigen Tagen jährt sich das Urteil zum S-Bahn-Verschwenk auf Fürther Stadtgebiet bereits zum neunten Mal.
Rückblick, 9. November 2017: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig stoppt Planungen der DB, eine neue S-Bahn-Strecke im Bogen, dem sogenannten Verschwenk, durch den Fürther Norden und durch das Knoblauchsland Richtung Erlangen zu bauen. Dort war eine Zeit lang ein Gewerbegebiet geplant, das ist allerdings längst vom Tisch. Als mangelhaft und rechtswidrig erachten die Richter die Pläne, die die Bahn präsentiert.
Dagegen geklagt hatten gemeinsam Stadt Fürth, Bund Naturschutz und betroffene Bauern. Nicht weil sie das Ziel, eine Entwirrung des hiesigen Bahnknotens samt schnellerem S-Bahn-Takt, in Frage stellen, sondern weil die DB-Variante zu viel wertvolle Landschaft zerstöre. Die Einwände leuchten nach eingehender Prüfung auch den Leipziger Juristen ein. Sie weisen den Bahn-Konzern an, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen und nachzubessern.
Deutsche Bahn und Fürth: S-Bahn-Verschwenk bleibt Streitthema
„Das war 2017, jetzt beginnt das zehnte Jahr und es ist noch immer keine Entscheidung getroffen, geschweige denn ein Bau in Sicht“, moniert OB Thomas Jung in einer Pressemitteilung. „Es wird geprüft und geprüft, obwohl das Urteil eindeutig ist.“
Die S-Bahn-Führung auf der Bestandstrasse, die die Stadt Fürth gemeinsam mit den Mitstreitern favorisiert, sei kürzer, daher günstiger, sie verbrauche weniger Natur, ermögliche den Bauern ihre Flächen weiter zu nutzen und zerschneide also nicht die Landschaft. Alles Argumente, die laut OB „eine weitere Prüfung überflüssig machen und jede Entscheidung pro Verschwenk ad absurdum führen.“
Auch die Stadt Nürnberg fordert die Verschwenktrasse nicht mehr. Dort weiß man, dass mit der geplanten Stadt-Umland-Bahn ein Großprojekt für die Nahverkehrsstruktur zwischen Nürnberg und Erlangen ansteht, das eine lange Bauzeit und enormen Aufwand bedeutet. Zwei derart große Infrastrukturprojekte bräuchte in diesem Bereich „wirklich niemand“, so Jung.
„Diese stichhaltigen Argumente erkennen die Verantwortlichen der DB in Berlin und Frankfurt seit Jahren offensichtlich nicht. Ich schreibe mir hier sprichwörtlich die Finger an die Bahnverantwortlichen wund“, ärgert sich der OB. „Der letzte Hilferuf ging jetzt an die Bahnchefin Evelyn Palla persönlich. Angeblich soll nun eine Entscheidung bis spätestens Frühjahr 2027 fallen, inhaltlich bleibt jedoch leider alles offen.“




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