Erlangen/Landkreis Erlangen-Höchstadt - Reif fürs Bett: In Erlangen sind die Menschen auffällig müde. Deutschlandweit landet die Hugenottenstadt in einem Ranking auf Platz 5. Und in einem Punkt ticken die Erlanger anders als die übrigen Spitzenreiter: in der Art, wie sie sich Hilfe holen.
20.10.2026 13:43 Uhr

Ende Oktober ist es wieder so weit: Deutschland stellt die Uhren um. Das kann den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringen. In welchen deutschen Städten sind die Einwohner besonders von Schlafproblemen betroffen? Um das herauszufinden, hat der Reiseveranstalter Fit Reisen das Google-Suchverhalten zu 177 Begriffen rund um Schlaf und Müdigkeit in 79 deutschen Großstädten untersucht. Erlangen landet laut Pressemitteilung auf Platz 5 - wenig beneidenswert.

Die Einwohner gehören damit wohl zu den müdesten in Deutschland: Mit 1.975 Suchanfragen pro 100.000 Einwohnern liegt Erlangen rund 47 Prozent über dem Durchschnitt und nur hauchdünn hinter Koblenz auf dem vierten Rang. Für eine faire Vergleichbarkeit wurden die durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen auf 100.000 Einwohner umgerechnet.

Und es gibt noch eine Besonderheit in Erlangen: Schlafmedikamente sind hier besonders gefragt. Anders als in den übrigen Städten der Top 5 fällt das hohe Suchinteresse daran auf. Nach dem Wirkstoff Diphenhydramin, der in rezeptfreien Schlafmitteln enthalten ist, wird pro Kopf 1,9-mal so häufig gesucht wie im Städtedurchschnitt. Bei den verschreibungspflichtigen Mitteln Melperon und Zolpidem liegt das Suchinteresse rund 40 bis 50 Prozent darüber. „Wo andere es zuerst mit Tee und Ursachenforschung versuchen, greift man in Erlangen folglich schnell zu härteren Mitteln“, heißt es in der Pressemitteilung von Fit Reisen.

Müdes Erlangen: Welche Städte finden sich noch im Ranking?

Gleich drei bayerische Städte finden sich unter den zehn müdesten Deutschlands. Neben Erlangen gehören auch Regensburg (Platz 7) und Würzburg (Platz 9) zu den Spitzenreitern. In fast allen bayerischen Großstädten wird häufiger nach Schlafproblemen gesucht als im Schnitt, nur Augsburg bildet eine Ausnahme.

München sucht professionelle Schlafhilfe: Während andere Städte vor allem durch Schlafmittel und Einschlafprodukte auffallen, wird in der bayerischen Landeshauptstadt besonders häufig nach einem „schlafmedizinischen Zentrum“ gesucht. Pro Kopf liegt das Suchinteresse beim 2,8-Fachen des Städtedurchschnitts.

Neun der zehn müdesten Großstädte sind Universitätsstädte, darunter Siegen, Kaiserslautern, Erlangen und Göttingen. Menschen aus Trier sind deutschlandweit am müdesten: Nirgendwo sonst wird so häufig nach Schlafproblemen und Müdigkeit gegoogelt wie dort. Auf 100.000 EinwohnerInnen kommen 2.118 Suchanfragen, rund 58 Prozent mehr als im Durchschnitt. Den unrühmlichen zweiten und dritten Platz belegen Siegen und Kaiserslautern.

Bremen ist Deutschlands Schlafoase: Mit nur 757 Suchanfragen pro 100.000 EinwohnerInnen wird hier deutschlandweit am seltensten nach Schlaf und Müdigkeit gegoogelt. Auch Duisburg (Platz 78) und Wuppertal (Platz 77) gehören zu den Schlusslichtern.