
Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bei einem Feldhasen die Meldepflichtige Infektionskrankheit Tularämie nachgewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Jägerin hatte das Tier im Bereich Schirnsdorf (Marktgemeinde Mühlhausen) aufgefunden. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung, die durch ein Bakterium hervorgerufen wird, auch als Hasenpest bezeichnet. Sie ist nicht nur auf wildlebende Hasenartige, Nagetiere, Wild- und Haustiere übertragbar. An der sogenannte Zoonose können auch Menschen erkranken, in seltenen Fällen kann eine Infektion lebensbedrohlich verlaufen.
Kranke Hasen sind meist apathisch, verlieren Scheu und Fluchtdrang, haben Fieber, eine hohe Atemfrequenz und verenden meist innerhalb weniger Tage. Bei chronischem Verlauf sind Abmagerung, Milz- und Leberabszesse vorzufinden. Die Gefahr für Jagdhunde ist gering, aber eine Infektion ist möglich. Bei Hunden zeigt sich unter anderem Appetitlosigkeit, Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten.
Diese Symptome löst die Erkrankung beim Menschen aus
Gefährdet sind vor allem Personen, die mit den erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen in Kontakt kommen, beispielsweise Jägerinnen und Jäger, Metzgerinnen und Metzger, Köchinnen und Köche sowie Tierärztinnen und Tierärzte. Beim Menschen beginnt die Krankheit mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. Auch Lymphknoten oder innere Organe können beispielsweise in Form einer Lungenentzündung betroffen sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt.
Tote Tiere, insbesondere Hasen, sollten auf keinen Fall berührt werden. Bei auffälligen Tieren ist das Veterinäramt Erlangen-Höchstadt zu informieren. Jägern, die Feldhasen oder Wildkaninchen erlegen, wird das Tragen von Mundschutz und Einmalhandschuhen empfohlen sowie die gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände.
Laut LGL wurden von Januar bis September 2026 in Bayern bei Feldhasen 30 Fälle von Hasenpest nachgewiesen. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt war die Tularämie bei einem Tier zuletzt 2025 festgestellt worden.
Keine Kommentare