
Der Bio-Pionier Neumarkter Lammsbräu hat zum fünften Mal in Folge einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro erwirtschaftet. Wie das Familienunternehmen aus der Oberpfalz am Dienstag mitteilte, habe es das Jahr 2025 „in einem fordernden Marktumfeld“ mit einem Ergebnis von 30,3 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vorjahr sind es 31,7 Millionen Euro gewesen.
Auf der Absatzseite habe die Neumarkter Brauerei ihre Position in der Spitzengruppe der deutschen Hersteller für alkoholfreie Biere sowie am Markt für Bio-Limonaden mit einem weitgehend unveränderten Ausstoß alkoholfreier Getränke von 155.255 Hektolitern verteidigt, meldet Lammsbräu. Besonders erfreulich sei der sehr erfolgreiche Start der neuen Produkt-Range der „now Bio Sprizzz“.
Der stark rückläufigen Dynamik auf dem Markt für alkoholhaltige Biere konnte man sich hingegen auch in der Oberpfalz nicht entziehen: Lammsbräu verbuchte hier 2025 einen Absatz von 64.233 Hektolitern, was einem Rückgang von rund 9000 Hektolitern gegenüber dem Jahr davor entspricht. Die Gesamt-Absatzmenge an Bio-Getränken sank von 230.384 auf 219.458 Hektoliter.
„Das zurückliegende Jahr hat bei allen Brauereien Spuren hinterlassen, ob bio oder nicht“, erklärt Johannes Ehrnsperger, Inhaber und Geschäftsführer von Neumarkter Lammsbräu. Die Konsumgewohnheiten der Menschen hätten sich stark und nachhaltig verändert. So sei der jährliche Pro-Kopf-Konsum an Bier in Deutschland in den letzten 30 Jahren von 136 auf rund 88 Liter gesunken. „Wer auch in Zukunft erfolgreich sein möchte, muss sich mit analytischem Verstand und kreativen Ideen auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen.“
Daraus ziehe Lammsbräu vier „klare“ Konsequenzen, sagt Ehrnsperger. „Erstens: Wir bauen unsere große Alkoholfrei-Kompetenz weiter aus.“ Schon heute machten die Alkoholfreien über 60 Prozent des Absatzes von Lammsbräu aus. Zudem bleibe die Brauerei ihrem Kern treu: „Beste Qualität, traditionelles Handwerk und ökologisches, klimaschützendes Wirtschaften erfolgreich zusammenbringen.“
Neumarkter Lammsbräu baut neue Sudhaus, das weit weniger Wärmeenergie benötigt
Ein Beispiel hierfür sei der anstehende Neubau des Sudhauses. Ehrensperger: „Durch dieses Invest im mittleren einstelligen Millionenbereich haben unsere Braumeister zukünftig nochmals mehr Möglichkeiten.“ Und auch in Sachen Ressourceneinsparung sowie Klimaschutz - das Sudhaus wird nach aktuellem Planungsstand mindestens 30 bis 40 Prozent weniger Wärmeenergie benötigen - mache das Unternehmen „einen Quantensprung“.
Das klischeehafte Biergarten-Idyll und die Festzelt-Romantik der Braubranche komme bei den Menschen offensichtlich immer weniger an, konstatiert der Inhaber und setzt auf neue Bildwelten und ungewöhnliche Narrative. Mit der innovativen 360-Grad-Kampagne unter dem Leitmotiv „Ein Bio Bitte“ und dem Markenbotschafter „Lämmi“ habe man bereits komplett neue Wege beschritten.
„Lämmi“ ist der neue Markenbotschafter der Neumarkter Lammsbräu
„Damit konnten wir speziell in unseren Schwerpunktregionen Berlin, Bayern und Baden-Württemberg sehr gut punkten.“ Eine Fortsetzung folgt in diesem Jahr mit einer großen Kampagne am „Point of Sale“ und einem noch stärkeren Fokus auf die Alkoholfreien.
Außerdem hat Lammsbräu seine Marktforschung im vergangene Jahr weiter ausgebaut, aktuell läuft hier eine ausführliche qualitative Tiefenstudie. „Die Daten fließen direkt in unsere Produkt- und Marketingplanung ein“, teilt Johannes Ehrensperger mit.






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