Landkreis Nürnberger Land/Landkreis Bayreuth - Nach vier Jahren Stillstand nimmt die Franken-Sachsen-Magistrale wieder Fahrt auf. Nicht nur für das Nürnberger Land gilt: Elektrifizierung und Brückenneubau müssen jetzt gemeinsam geplant werden, um jahrelangen Dauersperren vorzubeugen.
16.02.2026 20:00 Uhr

Vier Jahre lang lagen die Planungen zur Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale auf Eis – nun deutet sich ihre Fortsetzung an. Nach einer Kabinettssitzung in München erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), die Arbeiten würden „mit Hochdruck“ weitergeführt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erwartet gegen Ostern die Unterzeichnung der Planungsverträge. Damit könne der nächste Schritt zur Elektrifizierung erfolgen. Besonders für das Nürnberger Land ist das zentral: Schon bei der anstehenden Planung der maroden Pegnitzbrücken müsse die Elektrifizierung fest eingeplant werden, heißt es dazu in einer Pressemeldung der Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen-Böhmen.

Zusätzliche Dynamik bekommt das Vorhaben durch Kritik aus Prag. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš stellte kurz vor der Kabinettssitzung offen die Frage, ob Deutschland überhaupt am Weiterbau interessiert sei. Beide Länder hatten sich 1995 verpflichtet, die Bahnstrecke Nürnberg–Eger–Pilsen–Prag gemeinsam auszubauen. Während Tschechien seinen Teil bereits 2012 fertiggestellt hat, wartet der deutsche Abschnitt bis heute auf Umsetzung.

Erneuerung der 18 Pegnitzbrücken soll mit Elektrifizierung Hand in Hand gehen

Ministerpräsident Markus Söder betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Ost-West-Achse. Tschechien sei der viertwichtigste Handelspartner des Freistaats, täglich pendelten rund 25.000 Menschen über die Grenze.

Auch die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes haben auf eine sofortige Wiederaufnahme der Planungen gedrängt. Sie erwarten, dass die mehrjährige Erneuerung der 18 Pegnitzbrücken mit der Elektrifizierung verknüpft werde. So ließen sich Sperrzeiten reduzieren und Kosten senken. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Elektrifizierungsplanung zügig nachgezogen werde.

Armin Kroder, Landrat Nürnberger Land, wird in der Pressemitteilung so zitiert: „Die Menschen im Pegnitztal brauchen Planungssicherheit. Wenn sich die Vollsperrungen bis Mitte der 2030er Jahre aneinanderreihen, sprechen wir nicht mehr von einer Baustelle, sondern von einem dauerhaften Krisenmodus. Deshalb muss jetzt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung starten, damit Elektrifizierung und Brückenneubau gemeinsam umgesetzt werden können und bis 2029 Baureife erreicht ist.“ Auch Bayreuths Landrat Florian Wiedemann fordert pragmatisches Vorgehen: „Es muss nun strategisch vorausgedacht und Elektrifizierung und Brückenerneuerung gemeinsam geplant werden.“

Umsetzung soll ab 2030 kommen

Bereits im November 2025 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags die finanziellen Grundlagen geschaffen, um die Weiterplanung wieder aufzunehmen. Dadurch kann das Bundesverkehrsministerium die DB InfraGO kurzfristig beauftragen. Vorgesehen ist, Elektrifizierung und Brückenerneuerung zu bündeln und ab 2030 gemeinsam umzusetzen.