
Der größte Traum von Harald Hauer erfüllte sich gleich zweimal. In einer Zeit, in der die Spielvereinigung regelmäßig knapp am Aufstieg in die Bundesliga vorbeischrammte, in denen die Fürther jedes Jahr oben mitspielten und dann doch wieder auf dem fünften Platz abschlossen, da äußerte der langjährige Mannschaftsarzt einen Wunsch. „Mit Fürth in der ersten Liga“, sagte er 2009, „das wäre für mich das Größte.“
Diesen Wunsch konnten die Spieler ihrem Arzt des Vertrauens zunächst nicht erfüllen, zwei Monate nach diesen Worten wurde das Kleeblatt mal wieder: Fünfter. Stattdessen erfüllte Hauer, den sie alle nur „Doc“ nannten, einem langjährigen Weggefährten einen Wunsch. Einem Mann, mit dem gemeinsam er die Spielvereinigung Greuther Fürth in der zweiten Bundesliga etabliert hatte. Das Kleeblatt war für Harald Hauer nicht irgendein Verein, es war über die Jahre auch zu seinem geworden.
Mit Helmut Hack zur SpVgg Greuther Fürth
1989 hatte ihn Helmut Hack zum TSV Vestenbergsgreuth gelotst, in Greuth erlebte Hauer mit Hack und einem fußballbegeisterten Dorf wunderbare Fußballtage. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga stieß der TSV aber an seine Grenzen, weshalb Hack, der Macher des Erfolges im Tee-Dorf, einen Plan schmiedete. Die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth schloss sich der notleidenden SpVgg Fürth an, gemeinsam wollten sie als SpVgg Greuther Fürth neue Erfolge feiern.
Auch Harald Hauer war Teil dieses Neuanfangs. Ab 1996 kümmerte er sich um die Fürther Fußballer, in den Jahren danach lernte er mit Benno Möhlmann einen Trainer kennen und schätzen, der während seines dritten Engagements beim Kleeblatt einen Wunsch äußerte. Dieser Harald Hauer, sagte Möhlmann im März 2009, solle dem Fürther Fußball doch bitte „mindestens so lange“ erhalten bleiben, „wie ich noch Trainer bin“.
Dieser Wunsch erfüllte sich - allerdings aus unschönen Gründen. Im Winter 2009 rutschte das Kleeblatt auf den 15. Tabellenplatz ab, weshalb Benno Möhlmann kurz vor Weihnachten als Trainer freigestellt wurde. Doc Hauer blieb - und erlebte dann mit Mike Büskens einen Mann, der den Erfolg nach Fürth zurückbrachte. Der die Spielvereinigung übernahm, stabilisierte, emotionalisierte und 2012 zum ersten Mal in die Bundesliga führte.
Damals sah man Hack und Hauer Arm in Arm mit der Meisterschale der zweiten Liga, der Mannschaftsarzt durfte sich im Mai 2012 auch ins Goldene Buch der Stadt Fürth eintragen. Gemeinsam lebten sie Hauers Traum, empfingen die Bayern im Ronhof und gewannen auf Schalke. Auch nach seinem „Karriereende“ bei den Profis im Jahr 2018 praktizierte Hauer weiterhin in Emskirchen, wo ihn frühere Weggefährten gerne noch besuchten.
2021 sah er seine Spielvereinigung ein zweites Mal in die Bundesliga aufsteigen, ein Jahr später wurde er im Ronhof geehrt, 2024 schaute er nochmal in der Haupttribüne vorbei, als die Spielvereinigung sich vor Helmut Hacks Lebenswerk verneigte. Zuletzt aber sah man den Doc nicht mehr. Am Samstag hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Er wurde 81 Jahre alt. „Dr. Harald Hauer war eine Institution in unserem Verein“, sagte Ehrenpräsident Helmut Hack in einem Nachruf des Vereins. „Keine Zeit und keine Mühen waren ihm zu viel, wenn jemand seine ärztliche Hilfe benötigte. Seine Fachkompetenz war in ganz Deutschland respektiert. Dabei war er auch ein ganz besonderer Mensch. Viele Menschen, das ganze Kleeblatt, werden ihn schmerzlich vermissen.“
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