Nürnberg - Mit dem Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern hat die Schultheiß Projektentwicklung aus Nürnberg einst begonnen, dann kam der soziale Wohnungsbau dazu. Jetzt will die Firma den Einzelverkauf hochwertiger Eigentumswohnungen forcieren.
09.01.2026 12:39 Uhr

Zurück auf Anfang mit einer Prise Luxus und Innovation obendrauf: Die 2009 gegründete Schultheiß Projektentwicklung aus Nürnberg will vor allem mit dem Bau hochwertiger Eigentumswohnungen im Einzelverkauf dieses Jahr erfolgreich sein. Nachdem die kriselnde Aktiengesellschaft 2024 zu Kurzarbeit greifen und Stellen abbauen musste, sieht sie sich inzwischen konsolidiert und kündigt jetzt in einer Pressemitteilung ein „Mehrsäulen-Modell“ und einen angestrebten Umsatz von 150 bis 250 Millionen Euro an.

Kernbestandteil der neuen Wachstumsstrategie ist demnach der Bau hochwertiger Eigentumswohnungen im Einzelverkauf. In diesem Segment sollen künftig 200 bis 250 Wohneinheiten pro Jahr für Eigennutzer und Kapitalanleger realisiert werden. Ergänzend dazu will das Unternehmen jährlich weitere 200 bis 250 Wohneinheiten im Zuge von Großprojekten errichten, die entweder über institutionelle Fondsstrukturen oder alternative Vermarktungsmodelle platziert werden sollen.

Fonds und Vermietungen sollen Geld in die Kasse von Schultheiß spülen

Darüber hinaus plant Schultheiß, im Frühjahr drei Fonds an den Start zu bringen: einen „Regionalfonds“ mit einem Startvolumen von rund 100 Millionen Euro, einen „BayernFonds“ mit einem Startvolumen von circa 300 Millionen sowie einen „Sozialfonds“ für den „Neubau hochwertiger Pflegeimmobilien mit langfristig festgelegten, bonitätsstarken Betreibern“. Kooperationspartner ist dabei die Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft Hansainvest aus Hamburg.

Weiter ist die Schultheiß Projektentwicklung nach eigenen Angaben gerade dabei, sich einen eigenen Wohnungsbestand zur Vermietung zuzulegen. Ziel sei ein Bestand von zunächst rund 500 Wohneinheiten, wobei jährlich 100 bis 150 Einheiten neu geschaffen oder erworben werden sollen. „Dieser Bereich dient der langfristigen Stabilisierung der Cashflows und der nachhaltigen Vermögensbildung“, heißt es in der Mitteilung.

Über die Tochtergesellschaft Schultheiß Software GmbH sowie neue KI-Kompetenzen könnten ferner Planungs-, Steuerungs- und Bauprozesse weiter automatisiert und Kosten gesenkt werden, skizziert das fränkische Unternehmen. Es hatte einst mit dem Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern begonnen, sich aufgrund der Immobilienkrise dann aber zusehends auf den sozialen Wohnungsbau und Großprojekte mit Hunderten von Wohneinheiten verlegt.

Die Schultheiß Projektentwicklung und die ähnlich klingende Schultheiss-Gruppe sitzen zwar beide in Nürnberg, sind aber zwei eigenständige Unternehmen, die in keinerlei Verbindung zueinander stehen.