Nürnberg/Landkreis Nürnberger Land/Pegnitz/Bayreuth/Landkreis Bayreuth/Bamberg/Landkreis Bamberg - Wie in ganz Bayern fehlt auch auf vielen Bahnstrecken in der Region eine Oberleitung. Dennoch sollen die Dieselloks im Freistaat bis 2040 verschwinden. Laut Verkehrsministerium sind die Weichen nun gestellt.
08.01.2026 16:05 Uhr

Nur etwa die Hälfte des rund 6000 Kilometer umfassenden Schienennetzes in Bayern ist elektrifiziert. Vor allem in Nordbayern gibt es noch viele „Dieselinseln“, doch die sollen bis 2040 verschwinden. Laut Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sollen bis dahin alle Linien mit Personenverkehr auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umgestellt werden.

„Hierfür müssen 74 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund 60 Millionen Euro in die Planungen“, so Bernreiter anlässlich der Unterzeichnung eines entsprechenden Planungsvertrags mit der DB.

Ein 2024 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt. Auf insgesamt 20 Linien sollen künftig Akku-Züge fahren. Sie nutzen elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihre Akkus aufzuladen. Dazu sollen folgende Strecken eine Oberleitung erhalten: Oberkotzau - Rehau, Kirchenlaibach - Bayreuth - Trebgast, Hochstadt - Marktzeuln - Mainroth und Oberkotzau - Münchberg.

Ladestationen sollen laut Verkehrsministerium in Bad Steben und Neustadt (Waldnaab) entstehen. In Nürnberg, Forchheim und Wicklesgreuth sollen die Lademöglichkeiten durch die Elektrifizierung zusätzlicher Gleise verbessert werden. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) an.

Weiterhin soll die Region von bereits begonnenen Elektrifizierungsprojekten profitieren: Im Bundesverkehrswegeplan sind die Elektrifizierung des Ostkorridors Hof - Regensburg, der Franken-Sachsen-Magistrale Nürnberg - Schirnding und der Metropolenbahn Nürnberg - Furth im Wald enthalten. Diese Projekte plant die DB im Auftrag des Bundes. Bereits 2024 hat der Freistaat zudem den Planungsauftrag für eine Elektrifizierung von Schnabelwaid nach Bayreuth erteilt.

Elektrifizierung in Bayern wird noch dauern

Der Abschnitt zwischen Hof über Oberkotzau nach Marktredwitz wird im Zuge des Ostkorridors elektrifiziert und soll stufenweise zwischen 2033 und 2036 in Betrieb gehen. Die Elektrifizierungen nach Rehau und Münchberg schließen daran an. „Die übrigen Vorhaben werden eine sparsamere Akkunutzung und die Umstellung bestimmter Linien auf einen vollelektrischen Betrieb ermöglichen“, so das Verkehrsministerium.

Die Umstellung auf Akku-Züge soll in mehreren Stufen erfolgen. Ab Mitte der 2030er Jahre soll auf den Neigetechnik-Linien ein neues, barrierefreies Neigetechnik-Fahrzeug zum Einsatz kommen. Das betrifft die Linien Nürnberg - Bayreuth - Hof, Nürnberg - Marktredwitz - Hof, Nürnberg - Bayreuth - Coburg, Nürnberg - Cheb (CZ), Bamberg - Hof, Nürnberg - Bayreuth - Bamberg, Nürnberg - Schwandorf - Regensburg und Nürnberg -Neustadt (Waldnaab).

Ebenfalls ab Mitte der 2030er Jahre soll der Akku-Betrieb auf den nachfolgenden Linien des konventionellen Netzes starten: Coburg - Bad Rodach, Forchheim - Ebermannstadt, Bamberg - Ebern, Steinach - Rothenburg ob der Tauber, Wicklesgreuth - Windsbach, Hof - Cheb (CZ) - Marktredwitz, Hof - Selb Stadt und Hof - Bad Steben.

Im Dezember 2040 sollen laut Bayerns Verkehrsministerium schließlich jene Linien auf Akku-Betrieb umgestellt werden, die einen besonders umfassenden Infrastrukturausbau benötigen: Coburg - Bayreuth - Hof, Weidenberg - Weiden, Helmbrechts - Münchberg - Hof sowie Hof - Neuenmarkt-Wirsberg.