Nürnberg - Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen weiter – im Sommerquartal lagen sie im Schnitt 3,3 Prozent über dem Vorjahr. Nürnberg und Fürth bilden jedoch eine Ausnahme: Hier sind Eigentumswohnungen teils deutlich günstiger als zu Boomzeiten.
23.12.2025 13:05 Uhr

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im Sommerquartal zum vierten Mal in Folge gestiegen. Sie lagen zwischen Juli und September um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Damit verteuerten sich Wohnimmobilien das vierte Quartal hintereinander, nachdem die Preise zuvor seit Ende 2022 durchgängig gesunken waren. Der Anstieg fiel im dritten Quartal stärker aus als im Frühjahr mit 3,1 Prozent, aber schwächer als im ersten Quartal mit 3,5 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal legten die Preise um 1,0 Prozent zu.

Den Statistikern zufolge kosteten Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich im Durchschnitt am stärksten in städtischen Kreisen (plus 3,6 Prozent) und kreisfreien Großstädten (plus 3,5 Prozent). In dünn besiedelten ländlichen Kreisen lag das Plus bei 3,2 Prozent.

Im Durchschnitt bis zu 5 Prozent mehr

Für Eigentumswohnungen zahlten Käuferinnen und Käufer in städtischen Kreisen im Schnitt 4,7 Prozent und in kreisfreien Großstädten 5,0 Prozent mehr. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen kosteten Eigentumswohnungen im Schnitt 2,6 Prozent mehr, während der Anstieg in dicht besiedelten ländlichen Kreisen für Eigentumswohnungen bei 5,5 Prozent lag.

In den sieben größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) zogen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,7 Prozent an. Bei Eigentumswohnungen fiel das Plus mit 2,8 Prozent zum Vorjahresquartal etwas höher aus.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen. Sie dürften jährlich um mehr als drei Prozent zulegen und damit das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent übertreffen, wie aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Immobilienanalysten hervorgeht.

Nürnberg und Fürth als Ausnahme

Demnach erwarten die Fachleute einen Preisanstieg von 3,5 Prozent für 2025, 3,4 Prozent für das kommende Jahr und 3,2 Prozent für 2027. Die allgemeine Teuerungsrate dürfte im selben Zeitraum bei rund zwei Prozent liegen. Damit würde sich die Erholung nach dem stärksten Einbruch seit mehr als einem Jahrzehnt fortsetzen: Zwischen Anfang 2022 und 2024 waren die Preise um 13 Prozent gefallen.

Die gute Nachricht: Zahlen der Plattform Immowelt zufolge stellen sich einige Städte der Region gegen den Trend. So müssen Käufer in Nürnberg im November 2025 rund 32.000 Euro - und damit 10,6 Prozent - weniger für eine Eigentumswohnung mit 75 Quadratmetern (Bestandsimmobilie) zahlen als zum Höhepunkt des Immobilienbooms im Sommer 2022. In Fürth ist der Preisrückgang noch deutlicher: etwa 47.000 Euro - und damit 14,9 Prozent - weniger fallen hier für eine Wohnung an. Damit liegt die Kleeblattstadt auf dem zweiten Rang der Immowelt-Auswertung, nur Stuttgart verzeichnet einen noch stärkeren Rückgang von 16 Prozent.