Nürnberg/Erlangen - Alt und arm: Das trifft vor allem auf viele Frauen einer älteren Generation zu, die nicht durchgängig erwerbstätig waren. Kommen dann auch noch massive gesundheitliche Probleme hinzu, wird es noch schwerer, wie der Fall der Erlangerin Maria K. zeigt.
01.01.2026 13:25 Uhr

Ihr Leben ist mehr als überschaubar. In ihrem kleinen Zweizimmer-Apartment in Erlangen hat Maria K. (Name geändert) zwar alles, was man zum Wohnen braucht, aber mehr eben auch nicht.

Die 68-Jährige lebt von Grundsicherung und einer kleinen Rente. Nach Abzug der Fixkosten bleiben ihr etwa 440 Euro. „Es ist schon wenig“, wie sie sagt. Wie viele Frauen etwas älterer Generationen bekommt sie im Rentenalter die Rechnung dafür, sich um die Kinder gekümmert zu haben, anstatt regelmäßig zu arbeiten. Erschwerend wirkt sich aus, dass Maria K. schon mit 50 Jahren erwerbsunfähig wurde. Zu groß sind die Probleme der alleinstehenden Frau, die sie sowohl psychisch als auch körperlich massiv einschränken. Sie leidet unter Angst- und Panikattacken, hat Depressionen, starke Schmerzen im Rücken, mehrere Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule.

Wenn das Geld im Rentenalter zum Leben nicht reicht

Vor allem die psychischen Probleme belasten die Frau seit Jahrzehnten. Um das nachvollziehen zu können, muss man sehr weit zurückblicken und landet schließlich beim Tag ihrer Geburt. Maria K. hat ihre Mutter nie kennengelernt, mehr noch: Sie weiß gar nichts über sie. „Am Tag meiner Geburt hat mich meine Urgroßmutter aus dem Krankenhaus abgeholt. Meine Mutter war nie ein Thema“, sagt sie.

Die ersten fünf Lebensjahre wächst sie bei der Urgroßmutter auf. Als diese schließlich erkrankt und sich nicht mehr um das Kind kümmern kann, kommt Maria K. bei Pflegeeltern unter. Die Zeit bei dem Paar fasst sie nur mit einem Satz zusammen. „Von ihr wurde ich geschlagen, von ihm wurde ich missbraucht.“ Sie geht durch die Hölle, läuft immer wieder weg und kommt schließlich mit 14 Jahren in einem Kinderheim unter. „Da war man zwar auch eingesperrt, aber man war doch geschützt.“ Sie schafft ihren Schulabschluss und anschließend ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin.

Nur wenig später lernt sie ihren späteren Mann kennen, Jahre später bekommen die beiden zwei Kinder miteinander. In dieser Zeit entwickelt sie schwere Depressionen. Statt echter Hilfe bekommt sie über Wochen starke Beruhigungsmittel verschrieben, von denen sie abhängig wird. Ihre Tablettensucht belastet schließlich auch ihre Ehe so schwer, dass diese zu Bruch geht und Maria K. das Wichtigste kostet: ihre beiden Kinder. „Mein Ex-Mann hat jeden Kontakt unterbunden, ich durfte sie nicht sehen“, sagt sie. Der Kontakt brach rasch komplett ab, er besteht auch bis heute nicht.

Die Alkoholsucht ihres neuen Mannes macht das Familienleben unmöglich

Nach der Trennung lernt sie einen neuen Mann kennen. Die beiden heiraten und bekommen einen Sohn. Doch nach nur drei Jahren steht Maria K. wieder vor dem Nichts, weil die Alkoholsucht ihres Mannes das Familienleben unmöglich macht. Und sie steht allein mit ihrem Dreijährigen da. Ohne ordentlichen Job, ohne Familie, ohne Freunde. Unterstützung findet sie immer wieder beim Jugendamt. „Darüber war ich froh“, sagt sie rückblickend.

Sie schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und kümmert sich schließlich auch um ihre Gesundheit, macht mehrere Therapien, um ihre Traumata zu verarbeiten. Die Tablettensucht gehört seit vielen Jahren der Vergangenheit an. Maria K. klagt nicht, auch wenn ihr Leben inzwischen äußerst beschwerlich geworden ist.

Mitte 2024 brach sie sich den Unterschenkel und musste zweimal operiert werden. Bis heute ist das Bein offen. Durch die Wohnung bewegt sie sich im Rollstuhl oder auf Krücken, aber vor die Tür kommt sie selbstständig nicht mehr. Zweimal die Woche besucht sie ein Pflegedienst, um die Wunde zu versorgen, doch das belastet das ohnehin knappe Budget: „Die Verbandmittel werden bezahlt, aber das Drumherum, wie Desinfektionsmittel, muss ich selbst zahlen.“

Geld für notwendige Anschaffungen fehlt

Ihr einziger Trost ist ihr längst erwachsener Sohn, der ruft sie jeden Tag an und besucht sie meist sonntags. „Er bringt mir schon was zu essen vorbei, wenn es knapp ist“, erzählt sie. Da er aber nicht viel verdient, kann er seine Mutter bei größeren Anschaffungen nicht unterstützen.

Dabei bräuchte sie dringend ein neues Bett mit Matratze. Das alte kaufte sie vor zehn Jahren, aber damals schon gebraucht. Nun ist es am Ende. Gerade für ihren Rücken und die Halswirbelsäule ist dies kein Zustand.

Aus eigenen Mitteln kann sie diese Anschaffungen nicht stemmen. Ihr reicht das Geld zum Leben nicht. Wäre da nicht der monatliche Gutschein der Kirche für einen Discounter über 20 Euro und die Tafel, die sie hin und wieder mit Essen versorgt, sähe es noch schlechter aus. „Dann würde es gar nicht gehen.“ Um der Alleinstehenden Seniorin finanziell etwas unter die Arme greifen zu können, bitten wir herzlichst um Spenden - auch für ähnliche Fälle.