
Tobias F. (Name geändert) aus Forchheim hatte ein gutes, vielleicht sogar sehr gutes Leben. Der promovierte Maschinenbauer entschied sich nach der Uni für etwas ganz anderes und machte sich in der Werbebranche selbstständig. Er heiratete, baute mit seiner Frau ein Haus. Zusammen verdienten beide mehr als 100.000 Euro im Jahr. Dann trennte sie sich von ihm - und er verlor die Immobilie, wo er auch sein Studio eingerichtet hatte.
Im Fall einer Scheidung geht alles an sie, ohne Gegenleistung: So stand es laut seiner Darstellung im Ehevertrag. Hintergrund sei gewesen, dass ihre Eltern, die Bausparverträge eingebracht hatten, das Haus unbedingt in der Familie halten wollten. „Wir waren uns einig, wenn wir das Haus bauen, kann es keine Trennung mehr geben. Aber Worte sind Schall und Rauch“, sagt der 66-Jährige.
Man mag den unterzeichneten Ehevertrag für naiv halten. Aber das ändert nichts daran, dass es für F. nach der Trennung nur noch bergab ging. Bis heute hat er sich nicht davon erholt - im Gegenteil.
Tobias F. über seine Alkoholsucht: „Zwei Flaschen Wein und eine Flasche Wodka am Tag getrunken“
Ohne Studio konnte er nicht mehr als Selbstständiger arbeiten. Mit einer Anstellung klappte es ebenfalls nicht. Im Kreativsektor würden sich alle als jung und dynamisch verstehen. Da sei ein über 50-Jähriger fehl am Platz.
Er mietete sich eine Wohnung und hatte Aushilfsjobs. Irgendwann war seine private Altersvorsorge aufgebraucht, von der er gezehrt hatte. „Dann bin ich in die Obdachlosigkeit abgerutscht“, sagt R. Er kam in eine Unterkunft, in ein Vierbettzimmer. Alle hätten getrunken. „Die haben mich verführt“, sagt der Forchheimer, „ich habe zwei Flaschen Wein und eine Flasche Wodka am Tag getrunken.“ Nach drei Monaten schaffte er sich davon loszulösen, ohne Hilfe von außen.
Herzleistung des Forchheimers bei 14 Prozent
Heute beträgt seine Herzleistung nur noch 14 Prozent. Der 66-Jährige trägt einen Herzschrittmacher mit Defibrillator, der alle paar Monate auslöst: „Ohne ihn wäre ich nicht mehr hier.“ Vor zwei Monaten war er im Krankenhaus, um eine Herztransplantation vorzubereiten. Doch sein Herz befindet sich in einem zu schlechten Zustand. Auch Parkinson hat er inzwischen.
Laufen kann er nur noch 50 Meter weit. „Ich bin in meiner Mobilität extrem eingeschränkt“, wie F. sagt. Finanziell lebt er von der Grundsicherung im Alter sowie Pflegegeld. Zwar zahlt er für seine kleine Kellerwohnung wenig Miete, aber die Heizkosten sind enorm. Die Suche nach einer anderen Bleibe scheitert an seinen Schufa-Einträgen.
Für eine Pflegeeinrichtung sei er geistig zu fit, sagt die für ihn zuständige Sozialpädagogin. Es gehe nun darum, dass er seinen letzten Lebensabschnitt ohne größere Sorgen bewältigen kann. Eine aus ihrer Sicht sinnvolle Hilfe wäre das „Essen auf Rädern“, ein Menü-Bringdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) für Seniorinnen und Senioren. Doch der 66-Jährige kann das dafür nötige Geld nicht aufbringen.
„Freude für alle“ schließt sich dieser fachlichen Einschätzung an und bittet um Spenden, um dem schwerkranken Tobias F. aus Forchheim das Leben wenigstens etwas zu erleichtern. Die Weihnachtsaktion dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern.
F. wurde schwer herzkrank, vermutet wird eine verschleppte Herzmuskelentzündung oder das Broken-Heart-Syndrom. Darunter versteht man eine durch emotionalen oder körperlichen Stress ausgelöste Herzmuskelschwäche.



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