Nürnberg/Forchheim - Fünf fränkische Brauereien sind mit belgischen Kollegen eine ganz besondere Partnerschaft eingegangen: Im kommenden Jahr können Franken auf dem Bierfest in Nürnberg das erste Ergebnis verkosten - ein fränkisch-belgisches Gemeinschaftsbier.
02.12.2025 16:40 Uhr

Wer hätte gedacht, dass fränkische und belgische Brauer nicht als Rivalen, sondern gemeinsam als Verbündete ins Glas schauen? Genau das passiert gerade. Ende November besuchten Vertreter von fünf fränkischen Brauereien ihre belgischen Kollegen — und legten den Grundstein für eine Bierpartnerschaft, wie Bierland Franken mitteilt. Schon nächstes Jahr werden die Franken demnach auf dem Bierfest in Nürnberg das erste fränkisch-belgische Gemeinschaftsbier genießen können.

Die Idee zu dieser Bierverbrüderung kam dem Gründer der Deutschen Bierakademie und Biersommelier, Markus Raupach aus Bamberg, laut Bierland Franken vor einigen Jahren. Raupach ist auch Ehrenritter der belgischen Brauereien sowie langjähriger Juror bei Bierwettbewerben in beiden Ländern. Daher kannte er die jeweiligen Bierkulturen gut.

Doch immer wieder tauchten in den Medien Berichte auf, die eher von einer Rivalität und von gegenseitiger Verachtung sprachen. „Das wollte ich ändern, schließlich sind Franken und Belgien in Sachen Bier weltweit die beiden anerkanntesten Regionen. Franken für seine Keller- und Rauchbiere, Belgien für seine Kloster- und Sauerbiere“, wird der 51-Jährige zitiert. „Auf beiden Seiten ist ein Großteil der Bevölkerung enorm bierinteressiert und lässt nichts auf seine Brauereien kommen.“

Deutsches Bier als nationales Kulturerbe

Auch die Zahlen sprächen eine eindeutige Sprache. In Franken komme statistisch betrachtet eine Brauerei auf 14.000 Einwohner, in Belgien ist es eine Brauerei auf 28.000 Einwohner. Damit stehen die beiden Volksgruppen bei der Brauereiendichte international an der Spitze. Das belgische Bier ist bei der Unesco mittlerweile Weltkulturerbe, das deutsche immerhin ein nationales Kulturerbe.

Vor wenigen Tagen reiste nun eine 13-köpfige Delegation aus Franken nach Leuven, um dort Brauerkollegen zu besuchen und die künftige Zusammenarbeit zu besprechen. Bei den Franken waren neben Markus Raupach Vertreter von fünf Brauereien dabei: Braumanufaktur Hertl aus Schlüsselfeld, Brauhaus am Kreuzberg aus Hallerndorf, Gampert-Bräu aus Weißenbrunn, Schlenkerla aus Bamberg und Zum Grosch aus Rödental. Tourismuschef Nico Cieslar aus Forchheim und die ehemalige Forchheimer Bierkönigin Melanie Streit reisten ebenfalls mit der Gruppe, die sich über Bierland Franken gefunden hatte.

Ende März werden die Belgier bereits nach Franken kommen und mit ihren Kollegen einen fränkisch-belgischen Gemeinschaftssud einbrauen, der dann Anfang Juni auf dem fränkischen Bierfest in Nürnberg angestochen und von allen Brauern gemeinsam vorgestellt werden soll. Was drin ist? Das bleibt noch ein gut gehütetes Geheimnis. „Aber so viel sei verraten: Es wird eine Bierverbrüderung aus beiden Welten“, sagt Markus Raupach.