
Je länger es dauert, desto teurer wird es: Diese Erkenntnis trifft praktisch auf alle großen Infrastrukturprojekte der Republik zu. Und sie wird nun auch vom Ersten Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, German Hacker, sowie Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und seinem Erlanger Amtskollegen Florian Janik in einer gemeinsamen Erklärung zur Stadt-Umland-Bahn (StUB) angeführt.
„Wer Kosten gering halten möchte, muss eine schnelle Planung und Umsetzung unterstützen“, heißt es in dem dreiseitigen Papier, das in erster Linie eine Antwort auf die zuletzt relativ lautstarken Forderungen nach einem Aufschub für eines der größten Straßenbahnprojekte Deutschlands sein soll.
Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage der Kommunen hatten die Freien Wähler und auch die FDP im Erlanger Stadtrat ein solches Moratorium gefordert. Ein solcher Schritt wäre aber in mehrerlei Hinsicht fatal, wie sich Hacker, König und Janik sicher sind.
So haben die drei Städte, die bis Mitte der 2030er-Jahre mit der Straßenbahn verbunden sein sollen, bislang bereits 40 Millionen Euro in die seit 2016 laufenden Planungen investiert. Ein Moratorium hätte zur Folge, dass diese Mittel „entweder verloren oder in ihrem Nutzen stark gemindert“ wären.
Zudem gebe es keinen Grund zur Panikmache. „Bei einem so langfristig zu planenden und umzusetzenden Projekt ist es völlig klar, dass man längs des Weges einmal mit finanziell besseren und schlechteren Zeiten der Städte zu rechnen hat.“ Niemand käme deshalb aber auf die Idee, beispielsweise den Bau der zweiten Stammstrecke in München aufzuschieben, der gemäß der letzten Kostenschätzung immerhin 9,3 Milliarden Euro und damit ein vielfaches der StUB kosten soll.
„Es ist Infrastruktur, die nötig ist. Je schneller sie umgesetzt werden kann, umso geringer sind auch hier am Ende die Kosten.“ Eine Unterbrechung entspräche „nichts anderem als einem Stopp des Gesamtprojekts.“ Dagegen sprächen auch wirtschaftliche Gründe.
Hohe Kosten bei StUB-Planungsstopp
Die Pausierung eines Infrastrukturprojektes dieser Größenordnung würde zu hohen Zusatzkosten führen, wie es in der Erklärung heißt. Denn in einem solchen Fall würden Strafzahlungen, Kosten bei Wiederaufnahme der Planung, inflationsbedingte Preissteigerungen vor allem bei den Baukosten und weiterlaufende jährliche Fixkosten des Zweckverbands fällig.
Bei einseitiger Kündigung des Vorgehens durch Erlangen müssten beispielsweise Zahlungen in Höhe von 19 Millionen Euro an Nürnberg und Herzogenaurach geleistet werden, um deren bisher gezahlte Umlagen auszugleichen. Zudem seien die Umlagen keine freiwillige Leistung, sondern eine gemäß der Verbandssatzung rechtlich verbindliche Zahlungsverpflichtung, aus der die drei Städte nicht einfach aussteigen könnten.
Für den Bau der 26 Kilometer langen Strecke mit 31 Haltestellen haben Bund und Freistaat bislang eine Förderquote von 90 Prozent zugesagt. Diese Mittel seien auch vorgemerkt, stünden bei einer Unterbrechung des Projektes aber auf dem Spiel.
„Neben der genannten Kostendimension spielt auch die Verzögerung dringend benötigter Infrastruktur eine Rolle“, so die drei Stadtoberhäupter. Eine Unterbrechung würde auch ein Signal der Unsicherheit aussenden und so den Wirtschaftsstandort schwächen. Nicht zuletzt verweist die gemeinsame Erklärung auch auf die Bedeutung des positiven Erlanger Bürgerentscheids für die Umsetzung des Projekts im Jahr 2024.


9 Kommentare
gruendlacher
PLAN B - den hätte es schon lange geben können.
Eine oder sogar zwei Buslinien von Herzo nach
Erlangen zum HBF und weiter bis Nürnberg zur
Endstation der Tram "Am Wegfeld" oder sogar bis
"Flughafen" zur U-Bahn. Die zweite Buslinie ist die
von Herzo nach Fürth HBF laufende Strecke , dort
ebenfalls mit U-Bahn und natürlich auch noch die S-Bahn . Was für eine Anbindung. Wozu eine Überlandbahn, die Umwege und teure
Trassen benötigt. Eigentlich hätte das schon längst
Realität seien können und alle Menschen in Herzo
wären zufrieden. Eine etwa 20.000 Einwohner-
Stadt braucht keinen 10-Minuten-Takt nach Erlangen ! Da wären Verlängerungen nach Stein
oder Schwabach viel logischer. Also reset-Taste
drücken und noch einmal neu planen.
Herzogenauracher fahren sowieso lieber Auto.
Grosse Parkhäuser bei Schäffler und Adidas und
Puma oder Siemens beweisen das seit Jahren.
08.12.2025 16:29 Uhr