Weißenburg - Nun steht auch die dritte Liste für die Wahl des nächsten Weißenburger Stadtrats: Die Grünen melden sich mit 24 Kandidatinnen und Kandidaten zu Wort. Eine Person für das Rennen um den OB-Posten hat die Partei nicht nominiert.
03.11.2025 05:00 Uhr

Die Aufstellungsversammlung fand am Weißenburger Kunststoffcampus statt, die Presse war nicht eingeladen. Die ersten acht Plätze wurden nacheinander von den 27 anwesenden Grünen-Mitgliedern gewählt, informiert die Partei in ihrer Pressemitteilung. Über die Listenplätze neun bis 24 wurde im Block abgestimmt – so waren die SPD und die CSU mit ihrer gesamten Liste verfahren. Eine Kandidatin oder einen Kandidaten für den OB-Posten hat die Partei nicht nominiert.

Regina Pamp und Angela Auer, Sprecherinnen des Ortsverbandes, erklären, dass die inhaltliche Ausrichtung der Liste auf den vorab in Arbeitsgruppen erarbeiteten Schwerpunkten basiert – „von Klimaschutz über bezahlbaren Wohnraum bis hin zu einer lebendigen Zivilgesellschaft“. Die paritätische Besetzung sei keine Hürde, sondern eine Bereicherung, unterstreicht Auer. Mit der Liste positioniere sich die Partei „als Kraft, die auf Nachhaltigkeit, Solidarität und partizipative Demokratie setzt“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Als Wahlkampfmotto haben sich die Grünen für „Mehr WIR für Weißenburg“ entschieden.

Keine Überraschung: Phillip Bengel, Sohn des SPD-Stadtrats Andre Bengel, und Stadtrat Victor Rother, der einst für die Linke im Stadtrat saß und seit seinem Austritt partei- und fraktionslos ist, haben auf der Liste der Grünen ihre Plätze gefunden. Stadträtin Claudia Pößnicker und Stadtrat Gerd Meyer, die bei der Wahl 2020 von den Listenplätzen fünf und 20 in den Stadtrat vorgewählt wurden, kandidieren nicht mehr.

Spitzenplätze besetzt

Auf Listenplatz eins wurde einstimmig die erste Sprecherin des Grünen-Ortsverbands, Regina Pamp (32; Alter, wenn angegeben, jeweils in Klammern), gewählt. Die studierte Physikerin arbeitet als Software-Entwicklerin bei den Stadtwerken München. Diese Expertise will sie vor allem für die Verbesserung der Mobilität in Weißenburg und den Ortsteilen einbringen. Mit ihrem Mann lebt sie in Kehl.

Auf Platz zwei folgt Pamps Vorgänger als Sprecherin, Uli Wagner (44). Besonders will sich der Pädagoge für die Themen Digitalisierung, Transparenz und Bürgerbeteiligung in Weißenburg engagieren. Wagner ist Vorsitzender des neuen Inklusionsbeirates.

Auf den dritten Listenplatz wurde Stadträtin Katrin Schramm (59) gewählt. Seit zwölf Jahren sitzt sie mittlerweile für die Grünen im Stadtrat, sechs davon vertrat sie die Stadt als dritte Bürgermeisterin. Im Ortsverband ist sie Gründungsmitglied.

Ebenfalls als amtierender Stadtrat und Fraktionsvorsitzender kandidiert Maximilian Hetzner (63) auf Platz vier für eine weitere Amtszeit. Neben seinen vielfältigen Ehrenämtern, unter anderem als Vorsitzender der Theaterbürger und des Kirchweihausschusses, sei ihm die grüne Politik in Weißenburg nach wie vor besonders wichtig. Hetzner betonte die Erfolge seiner Fraktion seit 2014, die viele Anträge eingebracht hat und trotz einer Minderheit im Stadtrat auf eine positive Bilanz erfolgreicher Anträge zurückblicken könne.

Drei Parteilose

Als parteilose Kandidatin wurde Nadine Salisch (47) auf Listenplatz fünf gewählt. Als promovierte Wissenschaftlerin sei sie besonders an faktenorientierte Diskussionen interessiert. Nach über zehn Jahren in den Niederlanden ist sie zurück in ihrer „alten“ und „neuen“ Heimat und will sich vor allem für Klima, Umwelt und eine lebenswerte Stadt einsetzen.

Ebenfalls parteilos folgt Dr. Phillip Bengel (37) auf Listenplatz sechs. Seine Expertise will er vor allem in den Bereichen Klima, Bildung und Digitalisierung einbringen, aber auch für Familien und die Ortsteile will er sich starkmachen. Mit seiner Familie lebt er in Holzingen. 2024 kandidierte Bengel für den Weißenburger Umweltbeirat, scheiterte jedoch an der Wahl im Stadtrat.

Jacqueline Satzinger (35) auf Platz sieben möchte vor allem die Anliegen von Familien in Weißenburg vertreten sehen. Sie will sich zudem für die Anliegen der Ortsteile einsetzen. Die Design- und Projektmanagerin lebt mit ihrer Familie in Oberhochstatt.

Der partei- und fraktionslose Stadtrat Victor Rother (38) wurde auf Platz acht gewählt. Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich Rother in unterschiedlichen Ehrenämtern. Erst kürzlich wurde er als Sprecher des Landkreisbündnisses gegen Rechts wiedergewählt und ist zudem Vorsitzender des Bund Naturschutzes Weißenburg. Mit seiner Familie wohnt der Heilerziehungspfleger in Weißenburg. Er arbeitet seit vielen Jahre in der Awo Tagesstätte „Brücke“.

Auf der Liste vorgestellt

Weiter auf der Liste stehen: Stephanie Göggerle, Leiterin der Eltern-, Jugend- und Familienberatung der Diakonie, Edgar Harzer (63), langjähriges Grünen-Mitglied und aktiv im Vorstand des Kreisverbands, Monika Dahm (43), Lehrerin für Politik und Deutsch an der FOS/BOS in Weißenburg, und Mika Spey (21), Student in Eichstätt (Grundschullehramt) und Lehrer im Landkreis Eichstätt.

Es folgen Uta Paar, die als Grafikdesignerin arbeitet, Helmut Freudhöfer, der als Sozialpädagoge angehende Erzieher und Erzieherinnen in Nördlingen ausbildet, Doris Morenz, die als Musikpädagogin unter anderem an der Musikschule in Weißenburg unterrichtet, und Thomas Pahlig, der das Weißenburger Kino betreibt und mit seiner Familie in Oberhochstatt wohnt.

Weiter geht es mit Katharina Lenz (36), Lehrerin an der FOS/BOS und Unterstützerin der Initiative Foodsharing in Weißenburg, Gregor Schlicksbier (63), langjähriges Grünen-Mitglied und Oberkonservator im Denkmalschutz, Rafiye Demircan, gelernte Maler und Lackiererin und selbstständig mit einem Schönheitssalon in Weißenburg, und Dominik Müller (48), IT-Fachinformatiker.

Es folgen Maraleen Weigand, junge Mutter und Erzieherin, Winfried Kucher, langjähriges Mitglied der Grünen, Michaela Kirchmeier (64), Leiterin der Grund- und Mittelschule am Hahnenkamm und ehemalige zweite Vorsitzende des Bund Naturschutz in Weißenburg, und Robert Fising, der sich für eine lebenswerte Zukunft für seine Kinder und Enkelkinder einsetzen will. Nachrücker sind Antonia Ehard, Elisabeth Lindner, Matthias Klopp und Quirin Pamp.

Nachtrag der Redaktion vom Februar 2026:

Seit der Listenvorstellung im Oktober haben sich bei den Weißenburger Grünen zwei Wechsel ergeben: Jacqueline Satzinger (35) auf Platz sieben und Gregor Schlicksbier (63) auf Platz 18 schieden aus persönlichen Gründen aus.

Durch den Wegfall von Platz sieben rücken die nachfolgenden Kandidatinnen um jeweils zwei Plätze auf – die Liste der Grünen ist komplett paritätisch besetzt. Platz 7 belegt nun Stephanie Göggerle (56). Sie ist Psychologin und leitet die Eltern-, Jugend- und Familienberatung der Diakonie. Antonia Ehard und Matthias Klopp stehen als ehemalige Nachrücker nun mit auf der Liste.