
Nahe dem Haupteingang des Norisrings sowie auf den Fußgängerwegen am Dutzendteich ist unübersehbar und vielfach ein mit Kreide geschriebener Protest zu lesen - das Ergebnis einer nächtlichen Aktion der Klimaschützer von Extinction Rebellion Nürnberg. Es sei „mittlerweile traurige Tradition“, dass alle Jahre wieder gegen den Norisring protestiert werde, teilt eine Sprecherin der Organisation am Samstag, 5. Juli, mit. Schon am Freitag waren die Aktivisten bei einer Fahrrad-Demonstration mitgeradelt, die unter dem Motto „Sport ist Mord“ generell gegen klimaschädliche Aktivitäten demonstrierte. „Mögen sich die Veranstalter dieses absurden Rennens noch so viele Öko-Feigenblätter umbinden – es ist und bleibt eine Orgie von klimaschädlichen Emissionen, Feinstaubbelastung und Lärm. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass der eine oder andere hartgesottene DTM-Fan lesend ins Grübeln kommt.“
Im vergangenen Jahr war Extinction Rebellion von einer Anwaltskanzlei abgemahnt worden, weil sie mit einer Rad-Veranstaltung gegen das Norisring-Rennen demonstrieren wollten. Der Motorsport-Club Nürnberg (MCN), der das Norisring-Rennen organisiert, sah seine Markenrechte verletzt. Die Protestaktion 2023 schlug besonders hohe Wellen: Damals betraten Aktivisten der Letzten Generation und Extinction Rebellion Racing mit Bannern die Rennstrecke und kippten Flüssigkeit auf die Fahrbahn, ein Teilnehmer fixierte sich an einem Zaun. Dabei wurde ein Streckenposten verletzt. Die Polizei nahm 12 Personen in Gewahrsam.
Das traditionsreiche Norisring-Rennen ist ein Saison-Highlight der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und wird vom 4. bis 6. Juli 2025 in Nürnberg ausgetragen. Der 2,3 Kilometer lange Kurs verläuft rund um die Zeppelintribüne. Das „Internationale ADAC Norisring Speedweekend“, wie das Rennen offiziell heißt, findet heuer zum 82. Mal statt.


8 Kommentare
muggsmeislaschdill
Ich habe das Rennen im TV angeschaut. Nicht weil es mich interessiert. Meine Motivation ist zu verstehen, gegen was ich meine Stimme erhebe. Besonders der Freitag war brutal. Weg vom Lärm, keine Verfolgung des E-Fuelansatz, da dieser für die Allgemeinheit nicht zielführend ist. Hin zu verantwortungsvollem Umgang einer Veranstaltung. Koexistenz.
Mit meiner Einstellung bin ich anscheinend nicht allein. Beim Hauptrennen waren Tribünen unbesetzt. Anscheinend ist die Attraktivität schwindend. Dann werde ich mir das Zahlenwerk in den kommenden Tagen organisieren ( Zuschauer, Verweildauer, Medienzahlen, Einschaltquoten, Werberelevante KPI).
Es besteht Hoffnung.
07.07.2025 09:27 Uhr