Fürth - Bühne frei für Blüten- und Paprika-Regengöttinnen: Mit zwei renommierten Nürnberger Künstlern ist die Art-Agency Hammond im Stadttheater Fürth in die neue Saison gestartet. „Flora & Fleurs“ vereint Arbeiten von Stephanie Grün und Wolfgang Mages.
23.10.2026 16:13 Uhr

Im Stadttheater Fürth hat auch die Kunst-Saison begonnen: Gegen den Herbst kämpfen die farbstarken und blütenreichen Bilder der Ausstellung „Flora & Fleurs“ mit Werken von Stephanie Grün und Wolfgang Mages erfolgreich an.

Während Mages seine floralen Motive abstrahiert, indem er Leuchtkraft, Bewegung und malerischen Prozess verdichtet, inszeniert Grün eine Dramaturgie rund um die römische Blütengöttin Flora, indem sie aktuelle Arbeiten kontrastiert mit Werken aus ihrer frühesten Schaffensphase. Beim Betreten des Theaterfoyers wird man linker Hand von Grüns leuchtender Tänzerin mit erhobenen Händen begrüßt („Zum Licht I“, 2026). Sie ist ein malerisches Echo des gegenüberliegenden Tanzbildes mit dem Titel „Gelbe Schritte“ aus dem Jahr 1996. Mit diesem Tanzensemble nähert sich Grün der mythologischen Figur der Flora.

„Flora & Fleurs“: Kunst im Foyer des Stadttheaters Fürth

Zentral hängen zwei weitere Tanzbilder in strahlendem Gelb - ein Versuch, Bewegung in Malerei zu übersetzen. Sie spiegeln sich in dem Bild „Primavera Primadonna“ von 2026, das einen Höhepunkt der künstlerischen Entwicklung Stephanie Grüns darstellt. Im zweiten Stock erweitert die Künstlerin die mythologische Welt um die „Paprika-Regengöttin“, die sich der Malerin bei der Studie einer Paprikapflanze völlig unerwartet aus dem feuchten Dunst des nachlassenden Regens offenbarte. Mit dem großformatigen Gemälde „Mädchen, die pfeifen“ nimmt Grün ein altes Sprichwort in den kritischen Blick: „Mädchen, die pfeifen, und Hühnern, die kräh'n, soll man beizeiten die Hälse umdreh'n“. Die Protagonistinnen des Bildes, drei farbenfroh gekleidete Mädchen, pfeifen demonstrativ auf patriarchale Strukturen.

Wie Stephanie Grün hat auch Wolfgang Mages an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studiert; sie bei Christine Colditz und Johannes Grützke, er bei Colditz und Peter Angermann. Im rechten Foyer-Flügel sind seine großformatigen Ölarbeiten aus der Werkreihe „Fleurs“ zu sehen. Die Motive knüpfen an seine Auseinandersetzung mit der Landschaftsmalerei an, die seit den neunziger Jahren einen Schwerpunkt seines Schaffens bildet. Charakteristisch für die Arbeiten sind die sichtbar gebliebenen Spuren des Entstehungsprozesses: In die noch nasse Ölfarbe ritzt Mages Bleistiftlinien ein und verbindet diese mit unterschiedlichen Farbschichten. Dadurch erhalten die Bilder eine unmittelbar wirkende, reliefartige Oberfläche.

Feingliedrige Radierungen

Zudem bringt der Nürnberger Künstler eine internationale Facette in die Ausstellung. Im Mittelpunkt seiner in Fürth gezeigten Druckgrafiken steht die vierteilige Serie „The Dream“, die während eines Arbeitsaufenthalts im C.A.P. Studio (Chiangmai Art on Paper) in Nordthailand entstand. In Zusammenarbeit mit den dortigen Meisterdruckern entwickelte Mages feingliedrige Farbradierungen; dabei werden drei Druckplatten übereinander gedruckt und präzise Strichätzungen mit farbigen Flächen verbunden.

Grün und Mages blicken auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen zurück. Mages stellte unter anderem bei der Großen Kunstausstellung Düsseldorf und in der Lisa Norris Gallery in London aus. Grün erhielt 2008 den Debütanten-Preis des BBK Nürnberg, verbunden mit der Veröffentlichung ihres ersten Kunstbuchs und einer Ausstellung im Kunsthaus Nürnberg.


Info

„Flora & Fleurs“: Art-Agency Hammond im Stadttheater Fürth, 60-30 Minuten vor Vorbestellungsbeginn und nach Anfrage unter Tel. 770727. Bis 3. November.