
Womöglich war der 9. Oktober 2026 ein Wendepunkt im Krieg Russlands gegen die Ukraine. An dem Tag telefonierte US-Präsident Donald Trump mal wieder mit Kreml-Chef Wladimir Putin - und seitdem tut er alles, was Moskau in die Hände spielt. De facto hat Trump die Ukraine preisgegeben - und macht sie zum Sündenbock für sein eigenes Komplettversagen.
Das gefährdet längst seine eigene Macht. Er steckt im Umfragetief und fürchtet eine absehbare Niederlage bei den Midterms, den Zwischenwahlen, am 3. November. Die Inflation in den USA steigt und steigt, der Spritpreis erreicht Rekordhöhen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Mann - nämlich Donald Trump. Sein planloser Krieg gegen den Iran hat die ganze Welt in eine Energiepreis-Krise gestürzt.
Trump tut derzeit alles, um Putin zu helfen
Doch der US-Präsident macht dafür die Ukraine verantwortlich und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskyi, dessen Ablösung er nun fordert - wohl auch, weil Selenskyj es wagt, vorsichtige Kritik an Trump zu üben. Und weil sein Land sich nach Kräften wehrt gegen den russischen Aggressor - mit Attacken auf dessen Öl-Raffinerien. Ja, auch dies verschärft die Energiekrise. Aber es ist reichlich infam, darin die Hauptursache für den immer noch drohenden Weltenbrand zu sehen - wie Trump es tut.
Mehr noch: Der US-Präsident macht derzeit alles, um Putin zu helfen und seine Kriegskassen zu füllen. Er setzte Sanktionen gegen Russland aus. Er kauft Diesel von Moskau, um den Spritpreis in den USA für zunächst einmal ganze 14 Stunden zu senken. Er hat, zusammen mit Elon Musk, dessen Starlink-Satelliten eingeschränkt, auf die Kiew zur Raketenabwehr angewiesen ist. Und die USA verzögern die Auslieferung von Waffen, die von der Ukraine bereits bezahlt wurden.
Es kann noch übler kommen: Im Gespräch ist ein Gipfel der Autokraten - ein Treffen von China, Russland und den USA. Trump bewundert die Diktatoren Putin und Xi. Dass beide seinen Gegner Iran unterstützen - das scheint der US-Präsident auszublenden oder nicht zu realisieren. Eine Teilnahme des Opfers, der Ukraine, bei diesem Gipfel ist bisher nicht vorgesehen.
Währenddessen verschärft Russlands Armee, die militärisch nicht wirklich vorankommt, ihre Attacken auf die Zivilbevölkerung der Ukraine und greift verschärft deren Strom- und Gasnetz an. Putin will so einen bitterkalten Winter herbeibomben in seinem Zermürbungs- und Zerstörungskrieg, den er offensichtlich nicht beenden, sondern bis zum Erreichen seiner Ziele fortsetzen möchte: der Zerschlagung der Ukraine als eigenständigem Staat.
Hätte Russland Erfolg, wären die Konsequenzen verheerend
Hätte er damit Erfolg, wären die Konsequenzen verheerend: eine Massenflucht aus der Ukraine gen Westen. Und eine Einladung an Russland, weiterzumachen mit seinem Kurs, das Zaren-Imperium wiederherzustellen. Trump hilft Putin dabei nach Kräften. Die Europäer müssen daher nicht zuletzt aus eigenem Interesse - der Abwehr russischer Aggression - der Ukraine weiter beistehen. Am besten geschlossen.

3 Kommentare
edleskog
Den Krieg gegen den Iran hat vor allem Netanjahu zu ´verantworten. Die geringe Dieselmenge wird von Trump benutzt um seine verärgerten Wähler zu beruhigen. Statt darüber hinweg zu gehen, wird es in unserer Presse täglich neu aufgebauscht. Bisher war stets der ach so hehre Kampf für ein weiter demokratisches Europa Grund für die finanziell unlimitierte Unterstützung der Ukraine, auch wenn weiter Milliarden im korrupten System verschwanden. Und jetzt: die Angst vor Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine als neuer Grund. Interessant, dieser Argumentationswechsel!
22.10.2026 15:43 Uhr