
Nach der Ankündigung des Technologiekonzerns Bosch Ende September, bis Ende 2029 rund 900 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg abzubauen, fordert die SPD-Landtagsfraktion ein Umdenken. Die geplanten Stellenstreichungen müssten zurückgenommen werden, stattdessen brauche das Werk eine tragfähige Zukunftsperspektive, so SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn.
Kritik übt die SPD sowohl an der Unternehmensführung als auch an der bayerischen Staatsregierung. Von Brunn fordert in einer Pressemitteilung Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) auf, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen. „Was haben Söder und Aiwanger denn unternommen, um die Arbeitsplätze zu retten?“, will er wissen. „Welche neuen Produkte für das Werk sind im Gespräch – und welche Fördermittel hat Bosch bisher vom Staat erhalten?
Als mögliche Perspektive für das Nürnberger Werk verweist die SPD auf Konzepte von Betriebsrat und IG Metall. Diese sehen unter anderem den Ausbau von industriellem 3D-Druck, Hochgeschwindigkeits-Metallbearbeitung, Automatisierungstechnik und Sondermaschinenbau vor.
Um über die Zukunft des Standorts zu beraten, fordert die SPD-Landtagsfraktion einen Standortgipfel mit Vertretern der Staatsregierung, der Bosch-Konzernführung, des Betriebsrats, der IG Metall und der Stadt Nürnberg. Dazu hat die Fraktion einen entsprechenden Antrag im Bayerischen Landtag eingebracht - und erhofft sich Solidarität auch von den anderen Fraktionen des Bayerischen Landtags. „Wir lassen nicht zu, dass sich CSU und Freie Wähler aus der Verantwortung stehlen“, so von Brunn.
Bosch hatte Ende September angekündigt, in seinem Werk in Nürnberg rund die Hälfte der Jobs zu streichen. Der Stellenabbau in Nürnberg soll zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Der Großteil entfällt auf den Mobility-Sektor.


Keine Kommentare