
Stimmt schon - wahrscheinlich würden wir‘s besser hinbekommen als die Amerikaner mit dem Fracking. Mit mehr Rücksicht auf die Umwelt, mit mehr Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen. Trotzdem wäre es unfassbar kurzsichtig, es zu tun.
Mit Fracking dem Boden die letzten Öl- und Gasvorkommen zu entreißen, ist Ausdruck des immer verzweifelteren Versuchs einer fossilen Lobby, ihre brandgefährliche Ideologie im wahrsten Sinne des Wortes künstlich - weil mit Chemie - am Leben zu erhalten. Fossilität hat Klimaaktivistin Luisa Neubauer diese Ideologie genannt, die seit Jahrzehnten unseren Alltag durchdringt: von der Art, wie wir uns fortbewegen (durchs Verbrennen von Öl und Gas) bis zur Art, wie wir uns kleiden (Polyester wird aus Erdöl gewonnen). Inzwischen sind wir längst schlauer und wissen um die drastischen Konsequenzen, die diese Ideologie für unseren Planeten hatte und hat.
Um Fracking für einen Irrweg zu halten, muss man kein Klimaaktivist sein - es reicht, wenn einem die Gesundheit am Herzen liegt
Oder besser formuliert: Wir sollten längst schlauer sein. Hätten wir die Energiewende konsequenter vorangetrieben, würden jetzt, im Jahr 2026, weniger Menschen in Deutschland von hohen Spritpreisen belastet sein, wären wir weniger abhängig von den Entscheidungen von Autokraten (nicht mehr nur) in Nahost.
Um Fracking für einen Irrweg zu halten, muss man übrigens kein Klimaaktivist sein. Es reicht schon, wenn einem die Gesundheit der eigenen Familie und seiner Mitmenschen am Herzen liegt. Aus den USA sind Fälle von Frühgeburten, Krebs und Leukämie im Zusammenhang mit Fracking durch Studien belegt. Wer würde - bei allem Glauben an angeblich inzwischen sichere Fördermethoden - dieses Risiko wirklich eingehen, nur um uns ein bisschen weniger abhängig vom Import von Öl und Gas zu machen, von dem wir ohnehin loskommen wollen?
Das ist leider noch immer: keine rhetorische Frage. Zumindest so lange nicht, wie die fossile Lobby diese Risiken in Kauf nimmt. Eine Lobby, deren einstige Interessenvertreterin Katherina Reiche das Wirtschaftsministerium führt.
In der Tat richtig, dass auch das Gas, was wir von den USA importieren, von Fracking stammt - ein gutes Beispiel für deutsche Doppelmoral. Aber doch bitte kein Argument, nun allen Ernstes selbst damit anzufangen.

2 Kommentare
inuit
@Samoth: Die Fakten sollten Sie schon nennen: um grünen Wasserstoff zu erzeugen, braucht es Strom aus alternativen Quellen, z.B. Windrädern oder Biogas. Diese Wasserstofferzeugung ist also energiemäßig eigentlich unsinnig und nur brauchbar, wenn wirklich sehr viel Strom aus alternativen Quellen vorhanden ist. Abgesehen von den nicht verantwortbaren Umweltschäden beim Fracking, sind die in Deutschland gewinnbaren Mengen an Frackinggas mengenmäßig einfach lächerlich wenig. Das saubere Gas aus Russland wollen wir nicht aus politischen Gründen. Aber von den Scheichs in den Golfstaaten nehmen wir es ohne Bedenken. Ich darf an den Kotau von Herrn Habeck in Katar erinnern. Und die USA finanzieren mit dem Geld, das sie von uns für ihr dreckigen Frackinggas erhalten, einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Iran. Doppelmoral, wie Herr Kugler zu Recht kommentiert.
30.03.2026 10:45 Uhr