Fürth - Hummel-Challenge in Fürth: Noch bis zum 9. April können die Tiere fotografiert und per App gemeldet werden. Jede Mitteilung kann helfen, mehr über Verbreitung und Vielfalt zu erfahren und so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten.
23.03.2026 11:00 Uhr

Beobachten, bestimmen, melden: Bei der Hummel-Challenge, die derzeit noch bis 9. April läuft, können Naturfreundinnen und Naturfreunde auch in Fürth dabei helfen, das Vorkommen heimischer Hummelarten direkt vor der eigenen Haustür zu dokumentieren.

Vom 20. März bis 9. April 2026 ruft der Bund Naturschutz in Bayern (BN) gemeinsam mit dem Wildbienen-Monitoring am Thünen-Institut in Braunschweig dazu auf, Hummeln zu beobachten, zu fotografieren und per App zu melden. Jede Mitteilung helfe, mehr über die Verbreitung und Vielfalt heimischer Hummelarten zu erfahren und leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, heißt es in einer Pressemitteilung des BN.

Für den Artenschutz: Bis zum 9. April können Hummeln in Fürth fotografiert und per App gemeldet werden

Im zeitigen Frühjahr beginne für Hummeln eine entscheidende Phase. Jungköniginnen, die den Winter in der Erde oder in anderen geschützten Verstecken überdauert haben, erwachen aus ihrer Winterruhe. Zunächst müssen sie dringend Energie tanken, denn ohne ausreichend Pollen und Nektar können sie kein Volk gründen. Erst wenn sie genügend Nahrung gefunden haben, beginnen sie mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, etwa in verlassenen Mäusenestern oder dichten Graspolstern. „Ob eine Königin jetzt erfolgreich ist, entscheidet darüber, ob im Sommer ein ganzes Hummelvolk entsteht“, erklärt Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender des BN in Fürth.

Besonders Weidenarten wie die Salweide spielen eine zentrale Rolle. Ihre Blüten liefern bereits ab März reichlich Nektar und eiweißreichen Pollen und sind damit eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Hummelköniginnen im Frühjahr. Auch Frühblüher wie Krokusse, Märzenbecher, Taubnesseln oder Lungenkraut sind wertvolle Rastplätze für die pelzigen Bestäuber.

Wer an blühenden Weidenkätzchen summende Gäste entdeckt, hat gute Chancen Hummelfotos zu schießen. „Blühende Weiden im Frühling sind für Hummelköniginnen so etwas wie ein lebenswichtiges Frühstücksbuffet. Wer eine Weide im Garten oder am Wegesrand stehen lässt, hilft damit direkt einem zukünftigen Hummelvolk“, so Scheuerlein.

Die Teilnahme erfolgt über die kostenlose App ObsIdentify oder Observation. Mit einem Benutzerkonto kann man die Bilder hochladen, eine integrierte KI unterstützt bei der Bestimmung der Art. Zusätzlich prüfen Expertinnen und Experten alle Meldungen, um eine hohe Datenqualität sicherzustellen.

Die gesammelten Ergebnisse fließen in das bundesweite Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften des Thünen-Instituts ein. So soll ein immer genaueres Bild über das aktuelle Vorkommen der Hummelarten in Bayern und ganz Deutschland entstehen. Langfristig helfe diese Information dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Begleitend zur Aktion lädt der BN zu einem Hummel-Quiz (helfen.bund-naturschutz.de/hummelchallenge-quiz) ein: Wer sein Wissen testen möchte, kann eines von zehn Hummel-Überraschungspaketen gewinnen. Die Challenge ist ein gemeinsames Projekt des BN in Bayern mit dem Thünen-Institut in Braunschweig und der Plattform Observation.org. Eine zweite Aktionsrunde folgt vom 20. Juni bis 3. Juli 2026. Weitere Informationen zur Teilnahme gibt es unter www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge