Fürth - Der Bund Naturschutz sammelt über ein Mitmachprojekt Beobachtungen zu Eichhörnchen. Die Auswertung zeigt: Allein in Stadt und Landkreis Fürth wurden 3424 Tiere erfasst. Die Daten liefern Ergebnisse zu ihren Lebensräumen und Gefährdungen.
19.02.2026 18:00 Uhr

Seit fast sechs Jahren sammelt der Bund Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des sogenannten Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der possierlichen Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch in Stadt und Landkreis Fürth beteiligen sich Natur- und Tierliebhaber fleißig an der Erhebung.

Die kleinen Nager gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch weiß man erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation. Seit April 2020 sammelt der Bund Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.

Eichhörnchenzählung per App: Der BN hat die Daten auch für Stadt und Landkreis Fürth ausgewertet

Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung macht deutlich, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, sagt Reinhard Scheuerlein von der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. Auch regional ist das Engagement hoch: In der Stadt Fürth wurden seit 2020 bislang insgesamt 2003 Eichhörnchen gemeldet. Im Landkreis Fürth waren es 1421 Eichhörnchen.

Die Erhebung zeigt einen wichtigen Aspekt: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wäldern und offenen Landschaften wurden deutlich weniger der Nager entdeckt. Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchen-Reviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es sonst keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Scheuerlein.

Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.

Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden bayernweit 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchen-Seilbrücken deutlich zurück. „Gezielte Maßnahmen vor Ort können demnach Leben retten“, betont Scheuerlein.

Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der Bund Naturschutz ruft deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung hilft, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.