Nürnberg - Ausgerechnet vor dem DGB-Gewerkschaftshaus am Nürnberger Kornmarkt hat das umstrittene „Team Menschenrechte“ eine Versammlung angemeldet. Der DGB wehrte sich gegen rechte Hetze vor der eigenen Haustür und mobilisierte deutlich mehr Teilnehmer.
22.03.2026 09:57 Uhr

Ausgerechnet am Internationalen Tag gegen Rassismus, am 21. März, hat die umstrittene Gruppierung „Team Menschenrechte“, der unter anderem Neonazis und Querdenker angehören, am Kornmarkt eine Kundgebung organisiert - das alarmierte den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken, der sich gegen Demokratiefeinde vor dem DGB-Haus am Kornmarkt wehrte.

So mobilisierte der DGB Mitglieder und Unterstützer für eine eigene Kundgebung. Stephan Doll, Regionalgeschäftsführer des DGB Mittelfranken erklärte vorab: „Wir lassen nicht zu, dass unser Gewerkschaftshaus - ein Ort der Solidarität und Demokratie - zur Bühne für rechte Hetze wird!“ Rassismus sei keine Randerscheinung, sondern eine reale Bedrohung für viele seiner Kolleginnen und Kollegen.

Protest gegen das umstrittene Nürnberger „Team Menschenrechte“

Laut Polizeipräsidium Mittelfranken kamen am Samstag ab 13.50 Uhr rund 60 Teilnehmer der Gruppierung „Team Menschenrechte“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, zur Auftaktkundgebung am Kornmarkt. Zeitgleich formierten sich in der Nähe mehrere Gegenproteste, an denen in der Spitze bis zu 200 Personen teilnahmen. Die Polizei setzte Sperrgitter ein, um die Teilnehmer der gegnerischen Versammlungen voneinander zu trennen.

Laut Polizei formierten sich die Teilnehmer vom „Team Menschenrechte“ gegen 14.45 Uhr zu einem Demonstrationszug, der sich auf der angemeldeten Wegstrecke durch die Innenstadt bewegte. Ein Großteil der Gegendemonstranten beteiligte sich ebenfalls an einem angemeldeten Aufzug.

Einige Teilnehmer des Gegenprotests versuchten laut Polizei wiederholt, den Aufzug zu blockieren, indem sie sich auf dem Boden niederließen. Diese Blockadeaktionen konnten umlaufen werden. Zudem ließen sich Gegendemonstranten mehrfach so auf dem Boden nieder, dass ein Umlaufen nicht mehr möglich war. Die Polizei stufte dieses Verhalten als Versammlung ein und beschränkte sie, indem sie mehrfach mit Lautsprecherdurchsagen aufforderte, die Wegstrecke freizumachen. Die Personen, die den wiederholten Aufforderungen nicht nachkamen, trugen die Beamten zur Seite. Anschließend leiteten die Polizisten entsprechende Ermittlungen ein.

Gegen 17 Uhr hatten die jeweiligen Leiter die Versammlungen für beendet erklärt. Die Kriminalpolizei prüft nun im Nachgang, ob weitere Verstöße im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen vorliegen und übernimmt die Ermittlungen zu geltend gemachten Straftaten.

Wegen zahlreicher Blockadeaktionen kam es insbesondere in der Färberstraße, der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße und den angrenzenden Bereichen zu zum Teil massiven Verkehrsbehinderungen. Unter der Leitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte waren Kräfte der Polizeiinspektion Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, der bayerischen Bereitschaftspolizei, der Nürnberger Verkehrspolizei sowie der Kriminalpolizei Nürnberg im Einsatz.


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