München - Heftig haben sie um das Jagdgesetz gestritten in Bayern: In der Regierung und außerhalb. Jetzt ist es durch den Landtag und es wird sich zeigen, ob die Jägerschaft mit der neuen Verantwortung umgehen kann, kommentiert Roland Englisch.
27.03.2026 09:30 Uhr

Bayerns neues Jagdgesetz war eine wahrhaftig schwere Geburt. Jetzt, nach hitzigen Diskussionen auch in der bayerischen Regierung, kann es in Kraft treten. Dass sich der Staat an einigen Stellen zurückzieht und Jägern und Waldbesitzern mehr Verantwortung überträgt, ist vernünftig. Sie können vor Ort im Zweifel besser beurteilen, was sinnvoll für den Wald ist und wo das Wild abgeschossen werden muss.

Denn seit der Mensch die Landschaft bewirtschaftet, ist die Natur aus der Balance, muss der Mensch eingreifen, um die schlimmsten Schäden zu beheben. Den Jägern kommt dabei eine Rolle zu, die Naturschützer spaltet - die einen sehen den Sinn in ihrem Tun, die anderen neigen einem romantischeren Bild zu und halten das Schießen von Tieren für verwerflich.

An Wolf, Goldschakal und Fischotter wird dieser Konflikt besonders deutlich. Es gibt starke Argumente, warum die Jäger auch hier eingreifen sollten, etwa, wenn Siedlungen bedroht sind oder die wirtschaftliche Grundlage von Viehzüchtern und Teichwirten auf dem Spiel steht. Entscheidend ist nun, dass die Jäger ihre neue Verantwortung wahrnehmen - und beweisen, dass sie das Vertrauen verdienen, das ihnen die Konservativen im Land gegeben haben.