
Es drängt sich der Eindruck auf, dass da etwas nicht fair zugeht: Wer auf sein Smartphone Supermarkt-Apps herunterlädt, bekommt Rabatte. Wer das nicht macht, hat Pech gehabt und zahlt mehr. Eine Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale auf Unterlassung – es ging im konkreten Fall um die App des Discounters Netto - ist jetzt vom Oberlandesgericht Bamberg abgewiesen worden. Es liege keine Diskriminierung von Älteren oder Kindern vor.
Dass es nicht um Diskriminierung geht, ist noch nachvollziehbar. Aber was ist mit Ungleichbehandlung? Es gibt schlichtweg Menschen, die sich gegen ein Smartphone entscheiden und/oder eine App nicht installieren möchten. Schließlich sammeln Händler via App Daten zum Konsumverhalten, sie spielen zugeschnittene Werbung aus und beeinflussen Kaufentscheidungen.
Schnäppchen sollten grundsätzlich allen Kundinnen und Kunden offenstehen – nicht nur denen, die bereit sind, ihre Daten gegen Preisnachlass einzutauschen. Weigern sich Händler, das zu berücksichtigen, sollte zumindest eine Lösung für alle her, die kein Smartphone besitzen: Wer willens ist, persönliche Informationen zu teilen, sollte eine Kundenkarte mit den gleichen monetären Vorteilen erhalten.


1 Kommentar
gruendlacher
Die legalen Daumenschrauben der mächtigen
Lebensmittelläden von Lidl bis Netto werden
immer weiter angezogen. Demnächst kann man
auf den Parkplätzen bei REWE oder Netto nur mit
App seinen Einkauf für eine Stunde gratis erledigen
und nichts ist diskriminierend. Die Sonderangebote
wird es demnächst auch nur noch tageweise oder
auch stundenweise mit App günstiger geben. Wer
also Freitag zur Haupteinkaufszeit seine Butter
kauft, bekommt keinen App-Preis für 99 Cent
sondern zahlt dann 1,89 Euro oder mehr.
Da muss man Dienstag am Vormittag kaufen.
So werden dann bei Lidl und Co die Kundenströme
geregelt. Unauffällig sollen Kunden dann so gezwungen werden, öfter im Laden einzukaufen.
Das andere Angebot ist dann nur am Mittwoch
am Abend ab 18:00 Uhr billiger. An Tankstellen
funktioniert das doch Das spart auch Mitarbeiter an den wenigen Kassen Und des Auffüllen der Regale machen sowieso nur fremde Menschen , die von einer anonymen Firma in mehreren Filialen zum Auspacken eingesetzt werden...
26.03.2026 09:17 Uhr