Nürnberg - 29,90 Euro für etwas, das eigentlich gratis ist: Verbraucherschützer warnen vor einem Portal für Rentenunterlagen und erklären, worauf Sie achten sollten.
18.03.2026 11:40 Uhr

Wer im Internet nach Rentenunterlagen sucht, sollte genau hinschauen. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor dem Portal „rentnerauskunft.de“, zu dem es derzeit viele Beschwerden gibt.

Auf den ersten Blick wirke die Seite wie ein Angebot von der Deutschen Rentenversicherung. Tatsächlich steckt laut den Verbraucherschützern hinter dem Angebot aber ein privater Anbieter mit Sitz in London.

Dieser verspricht, Rentenunterlagen zu beantragen und an die Rentenversicherung weiterzuleiten. Dafür verlangt er 29,90 Euro. Viele der gleichen Leistungen können Versicherte bei der Rentenversicherung jedoch kostenlos abrufen, so die Verbraucherzentrale.

Wie leicht eine Verwechslung passieren kann, zeigt ein aktueller Fall. Eine Frau suchte für ihre Steuererklärung eine Rentenbescheinigung und landete bei dem Portal. Dort stellte sie einen Antrag, ohne zunächst zu erkennen, dass dafür Gebühren anfallen.

Verbraucherzentrale betrachtet Vorgehen als rechtlich problematisch

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale ist das rechtlich problematisch. Auf dem Bestellbutton steht nur „Anfordern“. Für kostenpflichtige Angebote müsse aber klar erkennbar sein, dass mit einem Klick eine Zahlungspflicht entsteht. Dies fehle hier, deshalb kommt nach Ansicht der Experten kein wirksamer Vertrag zustande. Betroffene müssen die geforderten 29,90 Euro laut Einschätzung der Verbraucherzentrale nicht zahlen.

Ein weiteres Risiko betrifft die persönlichen Daten. Wer Unterlagen über das Portal beantragt, übermittelt Name, Anschrift und Versicherungsnummer. Diese Informationen gelangen laut Verbraucherzentrale nicht direkt an die Rentenversicherung, sondern an ein privates Unternehmen.

Die sicherste Variante sei, die Unterlagen direkt über die offizielle Website der Rentenversicherung anzufordern. Viele Dienste stünden dort digital und kostenlos bereit. Die Steuerbescheinigung wird nach einmaliger Anforderung automatisch jedes Jahr zugeschickt, ohne zusätzliche Kosten.

Der Umweg über kostenpflichtige Drittanbieter ist den Verbraucherschützer zufolge meist unnötig. Wer genau hinschaue, schütze nicht nur sein Geld, sondern auch seine persönlichen Daten.