Nürnberg/Fürth/Schwabach - Vor der vierten Verhandlungsrunde mit den kommunalen Verkehrsunternehmen zieht Verdi die Daumenschrauben noch einmal an. Unter anderem in Nürnberg, Fürth und Schwabach wird der ÖPNV ein weiteres Mal bestreikt, los geht es bereits am Mittwochabend.
17.03.2026 17:30 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten in Bayerns kommunalen Nahverkehrsunternehmen erneut zum Streik aufgerufen. In mehreren Städten im Freistaat könnte es in den kommenden Tagen zu gravierenden Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr kommen. In Mittelfranken sind Nürnberg, Fürth und Schwabach von den Warnstreiks betroffen.

Los geht es in Nürnberg bereits am Mittwochabend, der Warnstreik bei der VAG startet am 18. März um 22 Uhr für die Buswerkstatt Schweinau/Jaekelstraße und dauert bis Freitag, 20. März, um 22 Uhr. Für die übrigen Tarifbeschäftigten und Auszubildenden der VAG Nürnberg gilt der Streikaufruf von Donnerstag, 19. März, um 14 Uhr bis Samstag, 21. März, um 6 Uhr. Für den Fahrdienst der VAG Nürnberg gilt abweichend ein gesonderter Streikzeitraum, hier startet der Warnstreik am Freitag um 4 Uhr und endet erst am Sonntag, 22. März, um 4 Uhr.

Der Verkehrsbetrieb geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass man am Donnerstag „Normalbetrieb fahren kann“, so eine VAG-Sprecherin. Zur Stunde wird bei der VAG beraten, ob und wie ab Freitag eine Grundversorgung sichergestellt werden kann.

In Fürth starten die Warnstreiks am frühen Donnerstagmorgen

Bei der Infra Fürth Verkehr Service GmbH ruft Verdi die Beschäftigten von Donnerstag, 19. März, um 4 Uhr bis Samstag, 21. März, um 4 Uhr zum Streik auf, während der ÖPNV in Schwabach von Donnerstag, 19. März, um 0 Uhr bis Freitag, 20. März, um 0 Uhr bestreikt werden soll.

In München starten die Warnstreiks schon am Mittwoch. Der Aufruf gilt ab 11 Uhr. Damit fahren Busse, U- und Straßenbahnen noch in der Früh zur Rushhour – später dann nur noch vereinzelt. Der Streik in München trifft auch das Champions-League-Spiel abends in der Allianz Arena zwischen dem FC Bayern und Atalanta Bergamo. Wie schon beim DFB-Pokal gegen Leipzig werden die Verkehrsbetriebe versuchen gegenzusteuern. Der Warnstreik in München geht laut Verdi bis Freitag um 4 Uhr.

Bei den jüngsten Warnstreiks hatte Verdi ganztägig die Kräfte im Führerstand von Bussen, Straßen- und U-Bahnen zum Streik aufgerufen, diesmal sollen auch die Werkstätten der kommunalen Verkehrsbetriebe ein Schwerpunkt der Arbeitskampf-Maßnahmen sein.

Dass die Streikbereitschaft nachlasse, wie von einigen Verkehrsbetrieben behauptet, weist Verdi zurück. Der Kommunale Arbeitgeberverband kritisiert, dass die Gewerkschaft die Streiks nutze, um Mitglieder zu werben. Ohne Mitglieder gäbe es nun mal keine Tarifverträge, kontert Katharina Wagner von Verdi Bayern.

Kommunaler Arbeitgeberverband Bayern verweist auf die angespannte Finanzlage

Die Aktionen stoßen beim Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern auf völliges Unverständnis. Man habe der Gewerkschaft schon beim ersten Treffen ein Angebot präsentiert. Mögliche Lösungsansätze würde die Gewerkschaft ablehnen. Die müsse auch die Finanzlage der Kommunen im Blick haben.

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