
Dass da zuletzt sehr wenig Fußball zu sehen war, hatte natürlich auch der Sportvorstand mitbekommen. Nach den beiden ernüchternden Niederlagen in Berlin und gegen Düsseldorf hatte Joti Chatzialexiou deshalb verkündet, dass sein 1. FC Nürnberg in der kommenden Spielzeit „mehr Zweitliga-Fußball spielen können“ muss. Unter dieser Prämisse soll das Transferfenster im Sommer gestaltet werden.
Dummerweise ist die aktuelle Saison aber noch gar nicht beendet und der Club musste auch am Samstag vor 13.802 Menschen in Kiel beim Vorletzten Zweitliga-Fußball spielen. Das gelang zumindest dem Ergebnis nach endlich mal wieder überzeugend. Beim 3:2 (2:2)-Erfolg ließ der 1. FC Nürnberg aber wieder einmal vieles vermissen und hatte Glück, dass eine Einzelaktion von Mohamed Zoma im zweiten Durchgang noch den schmeichelhaften Sieg brachte, nachdem der Club eine 2:0-Führung bereits verspielt hatte.
Auf fünf Positionen hatte Trainer Miroslav Klose seine Mannschaft vorab umgebaut. Für den verletzten Kapitän Fabio Gruber rückte Tarek Buchmann überraschend in die Innenverteidigung, vor ihm ersetzten Mohamed Zoma, Henri Koudossou, Rabby Nzingoula und Rafael Lubach die zuletzt nicht überzeugenden Adriano Grimaldi, Justin von der Hitz, Finn Ole Becker und Noah Maboulou.
Der 1. FC Nürnberg wird durchgeschüttelt
Und man sah dann im ersten Durchgang tatsächlich sehr viel Fußball, mitunter auch Zweitligafußball wie zum Beispiel in der zehnten Minute. Da verlor Adam Markhiev im eigenen Strafraum den Ball und schickte so Torwart Jan Reichert in ein Duell gegen den frei vor ihm auftauchenden Adrian Kapralik - Reichert wehrte wieder einmal überzeugend zur Ecke ab.
Kiel hätte führen müssen, stattdessen fiel das Tor kurz darauf auf der Gegenseite. Nzingoula hatte auf dem rechten Flügel den Blick für Zoma, dessen Hereingabe beförderte Julian Justvan mit rechts zum 1:0 ins Tor (14. Minute). Acht Minuten später schien es so, als hätte es die Krise des Clubs und die Justvans nie gegeben: Baack bediente Lubach, der fand Justvan im Strafraum und der traf diesmal mit links zum 2:0.
Es wirkte, als könnten sie sich beim 1. FC Nürnberg nun vom Abstiegskampf verabschieden, aber ein weiterer Fehler Markhievs ermöglichte Kapralik die nächste Möglichkeit - wieder scheiterte der Angreifer an Reichert (26.). Drei Minuten später dann aber der Ausgleich: Nach einer hohen Hereingabe verlor Berkay Yilmaz ein Kopfballduell, in der Mitte stand wieder Kapralik und erzielte den Anschlusstreffer.
Der Club hatte noch eine Kopfballgelegenheit nach einer Ecke durch Buchmann (34.), insgesamt aber hatte Kiel mit Verspätung die Kontrolle übernommen. Und die behielt die KSV Holstein auch in der tatsächlich achtminütigen Nachspielzeit des ersten Durchgangs: Nach 45+3 Minuten krachte Reichert bei einem Rettungsversuch mit Kapralik zusammen, nach 45+7 traf Zec freistehend vor Reichert den Ball nicht richtig und nach 45+8 beförderte Davidsen den Ball per Flugkopfball ins Netz. Es meldete sich der Videoschiedsrichter, überprüfte die Situation auf Abseits - und gab den Treffer nach 45+12 Minuten. Nach 45+14 Minuten war dann Halbzeit und der Club einigermaßen durchgeschüttelt worden. Das Remis wirkte da längst glücklich mit Blick auf die Qualität der Chancen.
Nach der Pause brachte Klose Maboulou für den mit einem Platzverweis flirtenden Nzingoula. An der grundsätzlichen Richtung des Spiels änderte sich aber nichts. Der Club konzentrierte sich auf seine Defensive, offensive Ideen hatte bei den Gästen niemand mehr. In der 72. Minute war das aber auch egal, weil man keine große Ideen braucht, wenn man Mohamed Zoma hat: Der Angreifer bekam im Strafraum den Ball, dribbelte kurz und traf dann mit einem leicht abgefälschten Schuss zum 3:2 - das zehnte Saisontor des Angreifers.
Danach kam nicht mehr viel, weder vom Club noch von Holstein. Der Club hat sich mit diesem hingerumpelten Sieg Luft verschafft im Abstiegskampf und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man in der kommenden Saison immerhin nicht Drittligafußball spielen können muss.
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