
Selbst über die Osterfeiertage wird in der zweiten Liga an etlichen Standorten unnachgiebig gegen den Abstieg gekämpft. Am Samstag hatten bereits der 1. FC Magdeburg und Arminia Bielefeld dreifach gepunktet und das Feld der gefährdeten Vereine noch enger zusammenrücken lassen, am Sonntag wollte Eintracht Braunschweig deshalb unbedingt nach.
Auch der deutsche Meister von 1966 brauchte unbedingt einen Heimsieg gegen den ebenfalls noch nicht aller Sorgen ledigen 1. FC Nürnberg, wobei der Club zumindest mit einer komfortablen Ausgangsposition nach Niedersachsen gereist war. Sechs Runden vor Schluss fehlt nicht mehr viel, um zumindest das Minimalziel Klassenverbleib zu erreichen.
Miroslav Klose warnte eindringlich vor den Blau-Gelben, die zuletzt nicht nur gegen die Aufstiegskandidaten Hannover, Paderborn, Darmstadt und Schalke exzellent ausgesehen hatten, am Ostersonntag aber vor der Pause ziemlich chancenlos waren und erst nach der Pause zur gewohnten Wucht fanden. Rabby Nzingoulas sehenswerten Führungstreffer glich Jovan Mijatovic nach einer Stunde aus; der frühere Club-Profi Florian Flick traf den Pfosten.
Nach dem überzeugenden Erfolg gegen Kaiserslautern sah der Club-Trainer keinerlei Veranlassung, seine Startelf zu verändern, auch Piet Scobels Sprunggelenksverletzung erwies sich als nicht so schwerwiegend wie befürchtet. Auch die Grundordnung blieb unangetastet, der 1. FC Nürnberg scheint spät in der Saison auch im System anzukommen.
Die Ergebnisse vom Vortag glaubte man vor allem der Eintracht anzumerken, die mit den Ex-Nürnbergern Robin Heußer und Florian Flick antrat, Lino Tempelmann stand nach seiner Knieverletzung erstmals nach fünf Monaten wieder im Spieltagsaufgebot. Positiv habe sich aber besonders der Trainerwechsel von Heiner Backhaus zu Lars Kornetka ausgewirkt, hörte man im Eintracht-Stadion.
Davon war in der ersten Halbzeit nicht viel zu spüren, die klar an die Gäste ging. Der Defensivblock stand stabil und ließ außer dem einen oder anderen Abschluss aus der Distanz wie von Fabio di Michele Sanchez (14.) nicht viel zu, auch nach vorn wirkte der Club in etlichen Phasen extrem abgeklärt.
Die Führung resultierte allerdings aus dem Fehlpass eines Braunschweigers in der eigenen Platzhälfte auf Mohamed Zoma; der Angreifer sprintete zielstrebig in Richtung Strafraum und legte im richtigen Moment noch quer auf den mitgelaufenen Rabby Nzingoula, der dank seiner perfekten Ballmitnahme nicht mehr zu stoppen war und überlegt hoch ins lange Eck abschloss.
Unterbrechung nach der Pause
Einzig sein Torjubel hätte nicht sein müssen; die Eintracht-Eckfahne umzutreten kam nicht besonders gut an beim Publikum, Pfiffe gegen den Franzosen waren die Folge. Trotzdem lief offensiv viel über seine rechte Seite, einzig der letzte Pass ließ meist zu wünschen übrig. Kurz vor der Pause verfehlte eine Bogenlampe von Berkay Yilmaz nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß ihr Ziel nur knapp.
Die über 2500 Club-Fans, größtenteils ausgestattet mit dem rot-schwarzen Choreoschal, konnten sehr zufrieden sein mit ihrer Mannschaft, kosteten ihrem Verein mit einer Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit aber auch mal wieder mal einen Haufen Geld; die Begegnung musste für mehrere Minuten unterbrochen werden, was sich strafverschärfend auswirken dürfte.
Sekunden nach Wiederbeginn stand‘s plötzlich 1:1, aber nur bis zur VAR-Überprüfung; Jovan Mijatovic stand bei Mehmet Aydins Freistoß von der linken Seite im Abseits, eine richtige Entscheidung, die aber zumindest ihre emotionale Wirkung nicht verfehlen sollte. Braunschweig jetzt giftiger und etwas zielstrebiger, der Club mit der Riesenchance. Mohamed Zoma jagte die Kugel aus sieben Metern allerdings unbedrängt am linken Pfosten vorbei.
Statt 2:0 dann doch der Ausgleich, weil sich die aufgerückte die Gäste-Abwehr aufgrund diverser Stellungsfehler von einer simplen Hereingabe aus dem linken Halbfeld übertölpeln ließ, in der Mitte bedankte sich Jovan Mijatovic (60.). Und die Eintracht blieb am Drücker, bot dem Club damit aber besonders auf den Flügeln zusätzliche Räume an. Eine davon nutzte Berkay Yilmaz zu einer präzisen Flanke, Luka Lochoshvili setzte seinen Kopfball aber deutlich zu hoch an.
Die Eintracht aber insgesamt näher an der Führung; Jan Reichert konnte einen Kopfball von Kevin Ehlers im Flug gerade noch so zur Seite abwehren, Florian Flick setzte den Nachschuss aus kurzer Distanz an den Pfosten; viel Glück in dieser Szene für den Club, der mit Ball mehr und mehr die Klarheit verlor in seinen Aktionen, besonders bei Tempogegenstößen höllisch aufpassen musste und den eingewechselten Aaron Opoku überhaupt nicht in den Griff bekam.
Jan Reichert rettete mit einer Glanzparade nach Mehmet Aydins hart getretenem Freistoß und bei Lino Tempelmanns Versuch in der Nachspielzeit noch zweimal das Unentschieden. Das sich aufgrund der zweiten Halbzeit doch eher anfühlte wie ein gewonnener Punkt als zwei verlorene.
Info
Braunschweig: Hofmann; Aydin, Ehlers, Hoti, Di Michele Sanchez - Flick, Marie (69. Tempelmann) – Ranos (46. Opoku), Heußer (90.+4 Yardimci), Gomez (90.+4 Kaufmann) – Sané (25. Mijatovic). - Nürnberg: Reichert; Koudossou, Gruber, Lochoshvili, Yilmaz – Markhiev – Nzingoula (80. Fernandez), Justvan (80. Becker), Baack – Zoma (90.+3 Von der Hitz), Scobel (90.+3 Grimaldi). – Schiedsrichter: Bauer (Mainz). – Zuschauer: 21.261. – Tore: 0:1 Nzingoula (17.), 1:1 Mijatovic (60.). – Gelbe Karten: Mijatovic / Gruber (7), Baack (2).
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