Erlangen - Die TU München hat Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer eingeführt, die größte fränkische Universität könnte bald nachziehen. Die richtige Entscheidung, schreibt Lukas Koschyk in seinem Pro-Kommentar.
12.03.2026 09:45 Uhr

Studieren ist teuer. 36.500 Euro kostete den deutschen Staat laut Statistischem Bundesamt ein durchschnittliches Bachelorstudium mit einer Länge von vier Jahren im Jahr 2022. Blickt man auf die Fächer, für die Hochschulen hierzulande vor allem um Studierende aus dem Ausland werben und die bei Wirtschaft und Politik hoch im Kurs stehen, liegen die Kosten sogar noch höher. Für Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften muss der Hochschulträger, also vor allem die Bundesländer, zwischen 35.000 und 55.000 Euro pro Studierendem aufbringen. Viel Geld, das durch deutsche Steuern finanziert wird. Das Studium selbst bleibt meist kostenlos, auch für Studierende aus dem Ausland. Das kann nicht so bleiben.

Gut also, dass unsere Universitäten angesichts steigender Studierendenzahlen aus Nicht-EU-Staaten wie Indien, China oder der Türkei genau darüber nun nachdenken. Mehr Studierende aus dem Ausland bedeuten auch mehr Kosten, beispielsweise für Personal, für Sprachkurse oder die Bereitstellung von englischsprachigen Studiengängen. Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gibt es über Steuern und Abgaben ein indirektes Ausgleichsinstrument, bei Drittstaaten fehlt dieser Mechanismus. Dass deshalb Universitäten wie die TU München bereits Gebühren für Studierende aus diesen Ländern eingeführt haben, ist legitim. Die FAU und damit die größte Universität der Region sollte folgen.

In Harvard käme auch niemand auf die Idee, einen Studienplatz für lau anzubieten

Wissenschaft und Forschung sind in ihrem Selbstverständnis international, der kostenlose Zugang zu (höherer) Bildung gehört zum Selbstverständnis der Bundesrepublik. Auch deshalb tut sich der Wissenschaftsbetrieb traditionell schwer mit solchen Debatten. Aber ein Blick in andere Länder erleichtert die Entscheidung: Wer würde in Harvard oder Cambridge auf die die Idee kommen, einen Studienplatz für lau anzubieten?

Für Härtefälle - beispielsweise Geflüchtete oder Menschen mit geringem Einkommen - gibt es bereits Sonderregelungen, die auch sozial Benachteiligten aus dem Ausland den Zugang nach Deutschland ermöglichen.

Die Einführung von Studiengebühren ist angesichts schwindender Gelder in Deutschland also geboten - zumindest, wenn die Hochschulen weiter ihrem Anspruch genügen wollen, die hohen Standards in Wissenschaft, Lehre und Forschung zu halten.