Weißenburg/Gunzenhausen - Noch immer weiß man nicht, wie der Kreistag in Weißenburg-Gunzenhausen aussehen wird. Der Grund ist ein Softwareproblem. Mehr als 22 Prozent aller abgegebenen Stimmen sind noch nicht gewertet.
10.03.2026 14:00 Uhr

Da kann man noch so oft auf Aktualisieren klicken, seit Stunden tut sich auf der Auswertungsseite der Kreistagswahl gar nichts. 186 von 216 Wahlgebieten sind da als ausgezählt erfasst, knapp 2,2 Millionen Stimmen gezählt, aber seitdem Stillstand.

Nach Recherchen unserer Zeitung fehlen derzeit noch die Stimmen von fast 8000 Wählerinnen und Wählern, die zusammen rund 475 000 Einzelvoten für den Kreistag abgegeben haben dürften. Das bedeutet, dass rund 22 Prozent aller abgegebenen Stimmen noch nicht gezählt sind.

Es wird sich noch einiges ändern

Man kann also davon ausgehen, dass sich in der Zusammensetzung des Kreistags durchaus noch das ein oder andere ändern kann. Zumal die noch fehlenden Gebiete allesamt eher im ländlichen Raum des Landkreises liegen. Konkret geht es um die komplette Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal und Hahnenkamm, drei Wahlbezirke in Ellingen, einer in Höttingen und der Briefwahlbezirk in Solnhofen.

Damit ist weiterhin unklar, wie der Kreistag von Weißenburg-Gunzenhausen in den kommenden sechs Jahren besetzt sein wird. Und auch, welche Politikerinnen und Politiker in ihm sitzen werden. Nicht nur Bürger, auch eine Menge Kandidaten verfolgen den Datenstau seit gestern Abend mit einiger Nervösität. Viele bangen, ob sie den Einzug in das Gremium schaffen oder nicht.

In den Wahllokalen ist man längst fertig

Dabei liegen die fehlenden Stimmen längst alle in den Wahllokalen und sind fertig ausgezählt. Das Problem ist die Weiterübertragung der fertigen Ergebnisse von den einzelnen Gemeinden an das Landratsamt.

„Es handelt sich um ein Schnittstellenproblem“, bestätigt Claudia Wagner, Pressesprecherin des Landratsamts. Und die fertigen Ergebnisse einfach mal eben per Mail ins Landratsamt zu schicken und einzupflegen? „Das geht wohl nicht“, stellt Wagner fest.

„Wir sind dran“

Und nach einer ganz schnellen Lösung sieht es auch noch nicht unbedingt aus. „Wir sind da dran, aber es ist noch nicht abzusehen, bis wann das geregelt ist“, erklärt die Pressesprecherin.

„Wir sind da dran“, stellt auch ein Sprecher der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) fest. Das Unternehmen ist Softwaredienstleister für die Verarbeitung der Wahlergebnisse in Bayern. Es handle sich in Weißenburg-Gunzenhausen offenbar um ein spezifisches Problem. Eine genaue Prognose, bis wann das Ergebnis vorliegen könnte, wohl auch er nicht geben.

Rätseln und telefonieren

Bis dahin wird man wohl noch weiter rätseln und rechnen müssen. Einige Kandidaten haben bereits persönliche Kontakte in die Gemeinden genutzt, um sich zumindest einen Überblick über die Tendenz der Wahlergebnisse zu verschaffen.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Inzwischen liegen die Ergebnisse vor.

Diese finden Sie unter folgendem Link.