Weißenburg/Gunzenhausen - Nach einer Hängepartie wegen technischer Probleme steht die Sitzverteilung fest. CSU und Grüne lassen Federn, die AfD zieht ein, das Ellinger Drama geht weiter und ein Westphal fehlt.
10.03.2026 16:39 Uhr

Am Dienstagnachmittag war es schließlich so weit. Erstmals gab es ein vorläufiges Endergebnis der Kreistagswahl. Zuvor hatte sich über Stunden hinweg gar nichts mehr getan. Da konnte man noch so oft auf Aktualisieren klicken, die Zahlen blieben stabil. 186 von 216 Wahlgebieten waren als ausgezählt erfasst, knapp 2,2 Millionen Stimmen gezählt, aber 475 000 Stimmen fehlten noch.

Ein Schnittstellenproblem habe dafür gesorgt, dass die Kommunikation zwischen den Programmen einiger Gemeinden und dem Landratsamt nicht funktioniert habe, so Pressesprecherin Claudia Wagner. Die Ergebnisse waren also einzeln da, nur wollten sie nicht zu einem großen Ganzen zusammenfinden. Für die Kandidatinnen und Kandidaten, die um den Einzug in den Kreistag bangten, eine Geduldsprobe.

Die CSU holte sich einen Sitz zurück

Die war beendet, als die restlichen Stimmen von rund 8000 Wählerinnen aus der VG Altmühltal, der VG Hahnenkamm sowie aus Solnhofen, Höttingen und Ellingen endlich einliefen. Und tatsächlich änderte das noch einiges in der Besetzung des Kreistags.

Die CSU (37,7%) holte sich auf der Zielgerade wieder einen Sitz zurück. Sie wird nun nicht vier, sondern nur drei Mandate im Kreistag verlieren. Sie bleibt aber mit 23 Abgeordneten die mit Abstand größte Partei in dem Gremium.

Die Grünen verlieren ein Drittel

Die Grünen (10.9%) dagegen mussten im Endspurt einen weiteren Sitz aufgeben. Statt bisher neun Räten werden sie nur noch mit sechs im neuen Kreistag vertreten sein. Ebenfalls jeweils einen Platz müssen SPD (9 Sitze, 14,3%) , die ÖDP (2, 3,0%) und die FDP (1, 1,7%) aufgeben.

Auf der Gewinnerseite steht die AfD, die bei ihrem erstmaligen Antritt auf Kreisebene 13,7 Prozent holt und damit mit acht Sitzen in den Kreistag einzieht. Beinahe wären es neun geworden. Allerdings ließ die AfD bei den Nachmeldungen noch mal Federn und verlor 0,6 Prozentpunkte an Stimmen. Als einzige Partei ebenfalls hinzugewonnen haben die Linken (2,9%), die von bisher einem auf jetzt zwei Kreistagsmandate kommen.

Robert Westphal scheidet aus

Allerlei kleine und große Dramen spielten sich auf den Listen der Parteien ab. So eroberte sich etwa Margit Kleemann mit einem gewaltigen Endspurt auf dem Hahnenkamm noch den zweiten ÖDP-Platz vom Indernbucher Walter Bengel.

Erstmals seit Jahrzehnten wird es einen Kreistag ohne Robert Westphal geben. Der Meinheimer CSU-Politiker und Vater des Landrats rollte von Platz 60 der Liste das Feld auf, aber landete am Ende nur auf Rang 30.

Der Ellinger CSU-Bürgermeisterkandidat Dirk Lina verfehlte nach dem Stadtrat in seiner Heimatstadtauch den Kreistag. Er wurde von 14 auf 26 gewählt. Der Mann, den er in Ellingen beerben sollte, Matthias Obernöder, sitzt dagegen weiter im Gremium. Er schoss von Platz 34 auf zehn, erhielt mehr als 20 000 Stimmen.

Reichstadt als SPD-Stimmenkönigin

Bei der SPD sprang die Weißenburger Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt auf Platz eins der SPD-Liste, gefolgt vom Solnhofener Bürgermeister Tobias Eberle. Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Weißenburger Stadtrat, Andreas Kreißl, sitzt ebenfalls erstmals im Kreistag von Weißenburg-Gunzenhausen.

Bei den Grünen sprang der Gunzenhausener Bürgermeisterkandidat Herbert Gutmann von Platz 18 auf Rang 4 und zieht damit neu ins Gremium ein. Etwa auf Kosten von Astrid Weddige aus Pappenheim, die von Platz fünf auf neun zuückfiel. Stimmenkönig bei den Grünen wurde Sebastian Amler aus Ettenstatt, gefolgt vom Nennslinger Bürgermeister Bernd Drescher.