Nürnberg - Am Donnerstag, 5. März 2026, ruft Künstler und Autor Simon Marian Hoffmann bundesweit zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf. Auch in Nürnberg sind SchülerInnen, Azubis und Studierende aufgerufen, zwei Stunden lang die Arbeit niederzulegen.
05.03.2026 07:16 Uhr

Das Thema Wehrpflicht soll wieder stärker in den Fokus rücken: Am Donnerstag, 5. März 2026, ruft Künstler und Autor Simon Marian Hoffmann bundesweit zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf. Seine Petition „Keine Wehrpflicht ohne Mitsprache der Jugend!“ hat auf der Petitionsplattform innn.it bereits knapp 90.000 Unterstützerinnen und Unterstützer erreicht.

Seine Forderung: Keine Wehrpflicht ohne demokratische Mitsprache der jungen Generation! In seinem Aufruf heißt es: „Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Beschäftigte sind aufgerufen, am 5. März ein sichtbares Zeichen zu setzen – Arbeit und Unterricht kurz niederzulegen und Haltung zu zeigen.“

Donnerstag, 5. März, 10 bis 12 Uhr: Demonstration am Kornmarkt in Nürnberg

In Nürnberg findet die Begleitveranstaltung von 10 bis 12 Uhr auf dem Kornmarkt statt. Dort soll ein Musikvideo gedreht werden: Als Piraten sollen unter der „One Piece“-Flagge Teilnehmende ein kreatives Zeichen gegen politische Entscheidungen über die Köpfe junger Menschen hinweg setzen.

„Die Demokratie braucht dringend ein Update: Die Perspektive der Jugend“, sagt Simon Marian Hoffmann. „Denn während über Wehrpflicht und unsere Zukunft entschieden wird, bleibt der Jugend nur Protest!“

Die Initiative ist Teil des Projekts „Aufstand der Jugend“ für einen Deutschen Jugendrat. Die Petition ist zu finden unter: https://innn.it/generation-machtlos

Schulstreik gegen Wehrpflicht - Rückendeckung durch GEW

Bundesweit rufen Schülerinitiativen für Donnerstag zu Schulstreiks gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. Aktionen sind nach Angaben der Organisatoren in rund hundert Städten angekündigt – von Aachen bis Zwickau. Schülerinnen und Schüler wollen dafür während der Unterrichtszeit auf die Straße gehen.

Die Initiatoren verbinden ihre Kritik an der Wehrpflicht mit grundsätzlicher Ablehnung militärischer Aufrüstung und wenden sich gegen eine stärkere Präsenz der Bundeswehr an Schulen. Stattdessen fordern sie „Friedensbildung“ sowie mehr staatliche Mittel für Bildung und soziale Aufgaben. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich bereits mehr als 55.000 Schülerinnen und Schüler an früheren Protesten.

Die Bildungsministerien der einzelnen Bundesländer verweisen unterdessen mehrheitlich auf die Schulpflicht. Unterstützung erhalten die geplanten Proteste von der Bildungsgewerkschaft GEW. Der thüringische GEW-Sprecher Michael Kummer erklärte, man ermutige Pädagoginnen und Pädagogen, „mit ihren Schülerinnen und Schülern zum Thema Wehrpflicht ins Gespräch zu kommen und zur gemeinsamen Teilnahme an örtlichen und/oder überregionalen Schulstreiks“. Dies könne etwa als „Lernen am anderen Ort“ organisiert werden, sodass kein Verstoß gegen die Schulpflicht entstehe.

Hintergrund der Proteste ist die politische Debatte über eine mögliche Rückkehr zu verpflichtenden Diensten. In Deutschland ist die klassische Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt. Der Wehrdienst basiert derzeit auf Freiwilligkeit. Nach neuen gesetzlichen Regelungen sollen junge Männer künftig verpflichtend einen Fragebogen zur möglichen Verwendung bei der Bundeswehr ausfüllen, für Frauen ist dies freiwillig.