Amberg-Sulzbach - Siemens will bis zum Jahr 2030 in Amberg ein hochmodernes Werk hochziehen. Vorstandschef Roland Busch nennt dies ein weiteres Bekenntnis zum Standort. Die Mitarbeiter sollen weitergebildet werden.
04.03.2026 11:19 Uhr

Siemens investiert mehr als 200 Millionen Euro in den Standort Amberg. Laut Mitteilung soll dort bis 2030 eine neue, KI-basierte und weitgehend automatisierte Fabrik für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure entstehen. Zusätzlich sind weitere Investitionen in die Modernisierung und Dekarbonisierung des Standorts geplant.

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, sagt Siemens-Vorstandschef Roland Busch. Er spricht von einem zusätzlichen Wachstumsimpuls für Siemens in Deutschland.

Siemens will „zukunftsfähige Arbeitsplätze“ schaffen

Mit dem Neubau reagiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auf den steigenden Bedarf an elektronischen High-Tech-Produkten. „Durch den Einsatz industrieller Künstlicher Intelligenz, digitaler Zwillinge und modernster Automatisierung stärken wir Wettbewerbsfähigkeit und schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze“, so Busch. „Ein Beitrag auch für ein starkes Industrieland Deutschland.“

Wichtig ist Siemens laut Mitteilung, „die insgesamt rund 2.400 Mitarbeitenden von Siemens Smart Infrastructure beim digitalen Wandel mitzunehmen und auch künftig Arbeitsplätze am Standort zu sichern“. Dafür bilde Siemens seine Mitarbeitenden weiter und bereite sie auf die veränderten Aufgaben in einer digitalisierten Fabrik vor. Mitte vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass in Amberg im Bereich Siemens Industries 270 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

Einsatz von humanoider Robotik

KI soll in der neuen Fabrik etwa Auftragsplanung, Materialtransport und Anlagensteuerung auf Basis von Echtzeitdaten koordinieren und laufend optimieren. Vorgesehen sind zudem eine vollautomatisierte Logistik mit fahrerlosen Transportsystemen und humanoider Robotik.

Bereits in der Planungsphase setzt Siemens eigenen Angaben zufolge auf seine Digitale-Zwilling-Technologie. Damit lässt sich das komplette Werk inklusive Produktion, Maschinen und Logistik vorab simulieren.

Am Standort Amberg betreibt Siemens derzeit zwei Werke mit rund 4.500 Beschäftigten. Produziert und entwickelt werden dort unter anderem Schalt-, Schutz- und Überwachungsgeräte sowie Industriesteuerungen für Kunden weltweit.