
Sie nähern sich der Zwei-Euro-Marke - die Preise für einen Liter Benzin. An den Tankstellen ist er schon abzulesen, der Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Schon nach Putins Überfall auf die Ukraine wurde Energie deutlich teurer. Und auch nun schlägt der Konflikt zuerst auf die Preise für fossile Brennstoffe durch.
Logisch. Denn der Krieg dreht sich um die Zukunft eines Landes, das selbst Erdöl-Exporteur ist. Und der Iran legt es in seinen Antworten auf die Angriffe vor allem darauf an, wirtschaftliche Schäden und Chaos zu verursachen. Daher das Bombardement jener arabischen Staaten, die zuletzt auf Distanz zu Islamisten gingen und sich vorsichtig den USA und Israel annäherten - und dadurch Stabilität gewannen, die Teheran nun erschüttern will. Daher auch die mögliche Schließung der Straße von Hormus - eine für die Energieversorgung der Welt extrem wichtige Verbindung.
Ein Erfolg des Krieges könnte die Weltwirtschaft beleben - aber dafür ist es leider noch zu früh
Die Folgen sind weltweit zu spüren. Zwar böte ein Erfolg des Krieges gute Chancen für die Weltwirtschaft: Ein Ende des Mullah-Regimes könnte die Region stabilisieren und im Idealfall aufblühen lassen. Aber das ist noch nicht in Sicht, selbst Trump spricht von vier Wochen Krieg, Experten rechnen mit längerer Gegenwehr Teherans.
Für Deutschland bedeutet das: Einmal mehr spüren wir die Abhängigkeit von fossilen Energien. Sie ist zwar dank des Ausbaus der Erneuerbaren deutlich gesunken. Aber gerade ist die Regierung dabei, die Weichen eher wieder zurückzustellen - siehe Ende des Heizungsgesetzes und andere Schritte, die auf eine Renaissance von Gas und Öl hindeuten. Dass dies ein ökologisch und zusehends auch ökonomisch falscher Kurs ist, zeigt sich spätestens jetzt.
Die neue Krise trifft die Bundesrepublik zu einem Zeitpunkt, an dem endlich ein bisschen wirtschaftliche Erholung in Sicht war. Wieder mal sieht es so aus, als würde ein Mini-Aufschwung durch die politischen Mega-Turbulenzen abgewürgt.
Eine gefährliche Lage für die Regierung. Sie kann nicht zusehen, wie weitere Unternehmen wegen der sich nun zunächst einmal zwangsläufig verschärfenden Krise Stellen streichen und womöglich den Standort verlagern. Die Koalition muss alles tun, um zum einen die neue Krise zu überbrücken und Bürgern wie Unternehmen zum anderen mehr Freiraum zu geben: Es braucht nun umso dringlicher und rascher jenes Reform-Paket, das bisher nur skizziert wird.
Die Krise überbrücken und mit raschen Reformen gegensteuern
Die Regierung wäre gut beraten, hier gerade in der Krise entschlossen und schnell gegenzusteuern - als Signal für ihre Handlungsfähigkeit und natürlich auch als dringend nötiger Schub für mehr Wachstum. Abgaben und Steuern senken, Bürokratie abbauen, Regeln vereinfachen - das ließe sich durchsetzen. Ebenso wie ein klassisches Hilfspaket mit ausgeweiteter Kurzarbeit und anderen Hilfen für Unternehmen, die nun noch mehr Krise zu spüren bekommen. Es ließe sich gegensteuern - Schwarz-Rot sollte allein aus ureigenem Interesse nicht zögern.

1 Kommentar
Golfmaster
Die Anordnung, in der Krise entschlossen und schnell gegenzusteuern muss dringend vom Kanzler an seine Ministerien gehen. Den zuständigen Ministern, Frau Reiche für die Wirtschaft und Herrn Klingbeil für die Finanzen traue ich die erforderliche Durchsetzungskraft nicht zu. Es ließe sich mit einer energischen, parteiübergreifendenden Politik gegensteuern, aber vermutlich wird erst wieder eine Kommission beauftragt. Richtiger wäre es, wenn Schwarz-Rot endlich mal ins Machen kommen würde! Gerade wegen der Krise sollte die Koalition nicht zögern.
03.03.2026 14:10 Uhr