Fürth - An der FOS/BOS kann man nicht nur das Fachabi machen, sondern auch die uneingeschränkte Allgemeine Hochschulreife. Wir erklären die Optionen, die man in Fürth nach dem mittleren Abschluss hat - und den Unterschied zur Einführungsklasse am Gymnasium.
20.02.2026 08:00 Uhr

Wer nach der Mittleren Reife das Abitur machen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Ein Weg führt übers Gymnasium, ein anderer über die Fach-/Berufsoberschule (FOS/BOS) – was viele nicht wissen: Hier kann man nicht nur das Fachabi erreichen, sondern auch die uneingeschränkte Allgemeine Hochschulreife.

„Es ist wichtig, dass junge Menschen gut beraten werden, welcher Weg für sie der passende ist“, sagt Thomas Schock, Leiter der Fürther Max-Grundig-Schule (MGS). Sie ist die einzige Fach- und Berufsoberschule in Stadt und Landkreis Fürth. Das Hardenberg-Gymnasium wiederum ist das einzige Gymnasium in Fürth, das eine sogenannte Einführungsklasse bietet, die zum Abitur führen kann. Aber was sind die Unterschiede?

Einführungsklasse am Gymnasium: Diese spezielle Klasse, die es nur an ausgewählten Gymnasien gibt, entspricht der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums. Sie soll den Übertritt erleichtern: „Gute und motivierte“ Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss der Real-, Wirtschafts- und Mittelschule sollen hier optimal auf die gymnasiale Oberstufe vorbereitet werden, erklärte das „Hardenberg“ kürzlich in einer Pressemitteilung. Die einjährige Vorbereitung erfolge mit speziellen Fördermöglichkeiten, insbesondere in Deutsch, Mathematik und der Fremdsprache. Eine Förderung gibt es auch in der zweiten Fremdsprache (Französisch oder Spanisch). Nach dem erfolgreichen Abschluss der Einführungsklasse nehmen die Schüler am normalen Unterricht der 12. und 13. Jahrgangsstufe teil.

FOS/BOS: Die überwiegende Mehrheit der Schüler mit Mittlerer Reife geht den Weg zum Hochschulzugang über die FOS/BOS. Hier sind verschiedene Abschlüsse möglich – darunter auch (nach drei Jahren an der FOS oder zwei an der BOS) die Allgemeine Hochschulreife, die das Studieren aller denkbaren Fächer an Universitäten ermöglicht.

Daneben kann man hier auch die „Fachgebundene Hochschulreife“ anstreben, wenn man auf die zweite Fremdsprache verzichtet (mit diesem Abschluss kann man an einer Uni nur Fächer studieren, die der auf der FOS/BOS gewählten Ausbildungsrichtung zugeordnet sind), oder die „Allgemeine Fachhochschulreife“, die man nach erfolgreichem Durchlaufen der 11. und 12. Klasse der FOS bzw. der 12. Klasse der BOS sowie der bestandenen Fachabiturprüfung erhält (damit kann man jedes Fach an Fachhochschulen studieren).

Mit diesen Optionen ist die MGS für viele Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss oder abgeschlossener Berufsausbildung attraktiv. Jedes Jahr verabschiedet man hier rund 300 Abiturientinnen und Abiturienten – fast so viele wie alle drei Fürther Gymnasien zusammen, sagt Schulleiter Thomas Schock. Viele von ihnen seien in ihrer Familie die ersten, die ein Studium aufnehmen.

Er sieht einen klaren Vorteil dieser Schulart: „Bei uns werden die Schülerinnen und Schüler stufenweise ans Abitur herangeführt, sie können sich rantasten.“ Merkt man, dass man doch nicht bis zur 13. Klasse weitermachen möchte, kann man sich fürs Fachabi entscheiden und stehe nach zwölf Schuljahren nicht mit leeren Händen da.

Die Ausbildung ist zugleich sehr praxisorientiert und vermittelt Erfahrungen in Betrieben. Die Praxis-Leistungen gehen in die Abiturnote mit ein. Nach den eigenen Stärken kann man zudem Profilfächer wählen (aus den Bereichen Wirtschaft, Technik, Sozialwesen, Internationale Wirtschaft), die bei der Abinote ein stärkeres Gewicht haben. Durch eine „besonders gute Lehrerversorgung“, so Schock, könne man die Schüler „sehr individuell auf dem steilen Weg zum Abitur begleiten“.


Info

Der Anmeldezeitraum für die MGS läuft von Montag, 23. Februar, bis zum 6. März. Weitere Informationen: www.mgs-fuerth.de. Die unverbindliche Voranmeldung für die Einführungsklasse am Hardenberg-Gymnasium sollte bis zum 27. Februar erfolgen.