Fürth - Die Max-Grundig-Schule in Fürth startet einen Pilotversuch zum selbstorganisierten Lernen in allen 13. Klassen. Rund 90 Schülerinnen und Schüler arbeiten vier Wochen selbstständig an Aufgaben und gestalten ihren Lernprozess eigenverantwortlich.
17.11.2025 13:00 Uhr

Die Max-Grundig-Schule in Fürth wagt einen innovativen Schritt in Richtung Lernen der Zukunft: In allen 13. Klassen der Fachoberschule startet derzeit ein vierwöchiger Pilotversuch zum selbstorganisierten Lernen (SOL). Rund 90 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil – „mit großem Engagement und viel Neugier auf neue Lernwege“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Im Mittelpunkt stehe das eigenverantwortliche Arbeiten: Die Lernenden erhalten in jedem Fach Wochenaufträge, die sie flexibel bearbeiten können. Dabei entscheiden sie selbst, wann, wo und mit wem sie ihre Aufgaben erledigen. Diese Freiheit erfordere Verantwortung – und fördere gleichzeitig wichtige Kompetenzen wie Zeitmanagement, Teamfähigkeit und Selbstdisziplin.

Fürther Max-Grundig-Schule: Unterrichtsmaterialien sind auf Leistungsniveaus abgestimmt

Um optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, habe die Schule „vielfältige Lernorte eingerichtet: Helle Gruppenräume, ruhige Zonen für konzentriertes Arbeiten und inspirierende Lerninseln bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz nach individuellen Bedürfnissen zu wählen“.

Die Lehrkräfte nehmen, wie es heißt, in diesem Modell eine neue Rolle ein: Sie stehen nicht mehr ausschließlich als Wissensvermittler vorne, sondern begleiten als Lernberaterinnen und -berater. Unterstützend nach Stundenplan anwesend, geben sie „gezielt Hilfestellung, fördern Motivation und begleiten Lernprozesse individuell“.

Ein weiterer Baustein des Projekts sind neu entwickelte Unterrichtsmaterialien, die auf unterschiedliche Leistungsniveaus abgestimmt sind. Damit werde personalisiertes Lernen möglich – jede Schülerin und jeder Schüler könne in eigenem Tempo und auf passendem Niveau arbeiten.

Angestoßen worden sei das Projekt durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Lernforschung, die zeigen, dass man deutlich nachhaltiger und motivierter lernt, wenn man den Prozess aktiv mitgestalten darf. Studien hätten beispielsweise belegt, dass selbst organisiertes Lernen die Selbstwirksamkeit stärkt und langfristig bessere Ergebnisse erzielt als herkömmlicher Unterricht. Diese Forschungsergebnisse hätten die Max-Grundig-Schule ermutigt, „neue Wege zu erproben“.

Schulleiter Thomas Schock zeigt sich begeistert: „Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Verantwortung für ihr Lernen zurückgeben – und ihnen zeigen, dass Lernen Freude macht, wenn man es selbst gestalten darf.“ Mit dem Pilotprojekt untertreiche die Max-Grundig-Schule einmal mehr ihren Anspruch, „Bildung neu zu denken und junge Menschen optimal auf die Anforderungen der modernen Arbeits- und Lebenswelt vorzubereiten“.