Dietenhofen - Die geplante Schließung des Playmobil-Werks im fränkischen Dietenhofen stinkt den Beschäftigten und der Gewerkschaft IGBCE. Am Faschingsdienstag haben sie mit einer Protestaktion vor den Toren der Produktion ihrem Ärger Luft gemacht.
18.02.2026 11:56 Uhr

Rund 120 Beschäftigte haben sich nach Angaben der Gewerkschaft IGBCE am Dienstag, 17. Februar, vor dem Playmobil-Werk in Dietenhofen (Landkreis Ansbach) versammelt, um gegen die angekündigte Schließung des Produktionsstandorts zu protestieren. Dazu aufgerufen hatte die IGBCE gemeinsam mit dem Betriebsrat der Horst Brandstätter Group, zu der die Marke Playmobil gehört.

Der Spielwarenhersteller hatte Anfang Februar angekündigt, die Produktion nach 57 Jahren am Standort Dietenhofen Ende Juni einzustellen und das Werk ins Ausland zu verlagern. Grund seien gestiegene Produktionskosten in Deutschland. 350 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen.

Gewerkschaft will „fairen Ausgleich“ für Betroffene der Schließung der Playmobil-Produktion in Dietenhofen

Ziel der Gewerkschaft sei es, eine „ergebnisoffene Diskussion über Alternativen zur Schließung“ mit der Brandstätter Group zu führen. Die Leiterin des IGBCE-Bezirks Nürnberg sagte bei der Protestaktion zu den Beschäftigten: „Ihr habt diese Marke aufgebaut, die inzwischen weltweit bekannt ist. Das ist das Ergebnis eurer geleisteten Arbeit.“

Neben dem Betriebsrat beteiligten sich auch Vertreter der Betriebsseelsorge sowie der Gewerkschaft IG Metall an der Kundgebung am Faschingsdienstag.

Einigkeit herrschte darüber, einen „traditionsreichen Produktionsstandort“ wie Dietenhofen nicht kampflos aufzugeben. „Selbst, wenn am Ende dieses Kampfes die Schließung unausweichlich sein sollte, braucht es einen fairen Ausgleich für die betroffenen Mitarbeitenden“, so Maximilian Krippner, Gewerkschaftssekretär bei der IGBCE.

Die Horst Brandstätter Group versicherte zuletzt eine sozialverträgliche Lösung für die Mitarbeitenden finden zu wollen.