Gunzenhausen/Weißenburg - Um die Blaualgen im Fränkischen Seenland wirksam zu bekämpfen, braucht es Geld: Die SPD im Landtag fordert deswegen eine deutliche Aufstockung der Mittel für Altmühlsee und Brombachsee.
16.02.2026 14:49 Uhr

Nachdem ihr Dringlichkeitsantrag vom vergangenen Juli zur Bekämpfung der Blaualgenproblematik in der letzten Plenarsitzung des Bayerischen Landtags abgelehnt worden war, legt die SPD nun nach: Die Landtagsfraktion mit Abgeordneten Harry Scheuenstuhl stellte einen Haushaltsantrag und fordern für den Nachtragshaushalt 2026/2027 eine deutliche Aufstockung der Mittel für Maßnahmen am Altmühlsee und am Großer Brombachsee. Das verkündete das Büro des Abgeordneten am Montagnachmittag.

„Wenn CSU und Freie Wähler schon keine zusätzlichen politischen Initiativen ergreifen wollen, dann müssen sie wenigstens die finanziellen Voraussetzungen schaffen, damit die Fachbehörden wirksam handeln können“, schreibt Scheuenstuhl in seiner Mitteilung.

Der Altmühlsee soll schon 2026 mehr als eine Million Euro bekommen

Die SPD-Fraktion im Landtag fordert konkret, dass für den Altmühlsee 2026 nicht mehr 997.000 Euro, sondern sogar 1.994.000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. 2027 soll es dann eine Erhöhung von 1.927.000 Euro auf 3.854.000 Euro geben.

Für den Großen Brombachsee einschließlich der Vorsperren fordert Scheuenstuhl für 2026 eine Erhöhung von 100.000 Euro auf 200.000 Euro. 2027 soll es statt 30.000 Euro das Doppelte geben.

„Wir reden hier nicht über Luxusmaßnahmen, sondern über dringend notwendige Investitionen in den Gewässerschutz und in die Zukunft unserer Region“, betont Scheuenstuhl, der als Betreuungsabgeordneter für den Bereich fungiert.

Die Stabilisierung der Seen im Fränkischen Seenland sei sonst nicht möglich

Nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts Ansbach handelt es sich bei den Blaualgenblüten nicht um ein kurzfristiges, witterungsbedingtes Phänomen, sondern um die Folge langfristiger Nährstoffeinträge sowie erheblicher Sedimentablagerungen in den Seen.

Laut dem SPD-Mann sagen Fachleute klar, dass es ein Bündel kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmen braucht, um der Blaualgenplage Herr zu werden. Dazu gehören Sedimententnahmen, der Schutz und die Wiederansiedlung von Unterwasserpflanzen, die Sicherung von Badebereichen und vor allem eine konsequente Reduzierung der Nährstoffeinträge im Einzugsgebiet, so Scheuenstuhl.

Viele dieser Maßnahmen seien fachlich als kurzfristig umsetzbar eingestuft – scheiterten jedoch an zu knappen Haushaltsmitteln, heißt es von der SPD-Fraktion. Derzeit seien oft nur Pilotprojekte oder einzelne Teilmaßnahmen finanzierbar. Eine systematische und nachhaltige Stabilisierung der Seen sei so nicht möglich.

Während der Badesaison kontrolliert das Gesundheitsamt am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen regelmäßig die hygienische Badewasserqualität (Fäkalkeime) an den Badestellen im Landkreis. Immer wieder attestieren die Erprobungen ein vermehrtes Blaualgenvorkommen. Die sogenannten Cyanobakterien enthalten eine Vielzahl von Wirkstoffen, davon sind einige auch giftig, schildert das Umweltbundesamt. Die Cyanotoxine gehören zu den stärksten natürlichen Giften.