Nürnberg - Die Fenster sind zu, die Heizung an und trotzdem zieht kalte Luft herein? Dann ist das Glas womöglich nicht gut isoliert oder die Dichtung veraltet. Hier erfahren Sie, welcher Trick langfristig gegen den Wärmeverlust in Altbauwohnungen hilft.
15.02.2026 07:00 Uhr

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Wunderschön sehen sie aus, die Altbau-Fassaden in der Noris. Und rar sind sie geworden, nachdem im zweiten Weltkrieg die Bomben auf Nürnberg fielen. Einige wenige sind noch heute gut erhalten: Hohe Decken, liebevoll verziert mit Stuck, Parkett-Böden – und natürlich große Fenster, die viel Licht hereinlassen. Doch gerade jetzt im Winter merkt man deutlich: Große Fenster in Altbau-Wohnungen bringen nicht nur Vorteile mit sich.

Bei Minusgraden kann es verdammt kalt werden. Mehr heizen ist da oft nicht die Lösung. Es lohnt sich ein zweiter Blick auf die Fenster, die häufig nicht so gut isoliert sind, wie sie sein sollten. Das sorgt nicht nur für kalte Füße und Sorgenfalten, sondern verursacht langfristig auch einiges an unnötigen Kosten.

Nicht nur Fensterrahmen und Dichtung sind wichtig, sondern auch das Glas selbst. Wie gut die Bauteile isolieren, wird anhand des sogenannten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) festgelegt. Dabei gilt: Umso niedriger er ausfällt, desto besser isoliert ist das Fensterglas. Ist er hoch, geht viel Wärme verloren. Angegeben wird der Wärmedurchgangskoeffizient in Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Zum Vergleich: Kunststoff-Verbundfenster aus den 80ern mit zwei Scheiben haben einen Wert von 2,4 bis 2,7 W/(m²·K), Fenster mit Wärmeschutzglas und zwei Scheiben aus den 2000ern dagegen ,72 bis 0,86 W/(m²·K).

Der U-Wert steht meist auf dem silberfarbenen Distanzhalter zwischen den Scheiben. Bei einem sehr hohen Wert lohnt es sich, das Gespräch mit dem Vermieter oder der Vermieterin zu suchen oder sich bei Eigentum beraten zu lassen.

Nürnberger Stadtblick, 21.04.2025
Noch dauert es eine Weile bis der Frühling kommt. Bis dahin müssen Franken ihre Füße still und warm halten. Gut abgedichtete Fenster helfen gegen kalte Luft von außen. © IMAGO/Ardan Fuessmann

Wenn Zweifel aufkommen, wo die Ursache für den Wärmeverlust liegt, kann ein einfacher Trick weiterhelfen.

Dafür brauchen Sie ein Feuerzeug oder eine Kerze. Halten Sie die Flamme vor das Fensterglas, wenn es draußen bereits dunkel ist. Achten Sie jetzt auf das Spiegelbild der Flamme: Ist die Spiegelung in der vorderen, inneren Glasscheibe verfärbt, gibt es eine Wärmeschutzverglasung. Die Metallbedampfung auf der inneren Scheibe reflektiert das Licht anders als eine unbeschichtete Glasoberfläche. Ist eines der hinteren Spiegelbilder verfärbt, handelt es sich um eine Sonnenschutzverglasung.

Fenster lassen sich selbstverständlich nicht von einem auf den nächsten Tag austauschen. Akut können zusätzliche Maßnahmen wie Vorhänge oder Isolierfolien zur Verbesserung der Energieeffizienz beitragen.

Was viele nicht wissen: Eine der häufigsten Ursachen für Wärmeverlust sind durchlässige Fensterdichtungen. Sie entstehen im Laufe der Jahre oft durch Alterung, Materialermüdung oder unsachgemäße Pflege. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Dichtungen verhindern frühzeitigen Verschleiß.

Aber selbst die gründlichste Pflege stößt irgendwann an ihre Grenzen. Dann ist der Austausch der alten Dichtungen unerlässlich. Moderne Dichtungen aus Gummi oder Silikon halten die Wärme und verlängern die Lebensdauer des Fensters. Wichtig ist, dass die Dichtungen passgenau auf das jeweilige Fenstersystem abgestimmt sind. So lassen sich auch Nürnbergs geliebte Altbauwohnungen jung und vor allem warm halten.