Erlangen/Landkreis Erlangen-Höchstadt - Der Notruf einer alleinerziehenden Mutter in Erlangen hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Menschen haben sich gemeldet, um die schwerkranke Sandra D. zu unterstützen. Sie leidet an ME/CFS und liegt seit Monaten nur im Dunkeln.
03.02.2026 13:59 Uhr

Die Anteilnahme ist groß. Dutzende Menschen haben sich auf den Hilferuf gemeldet, den Freunde und Familie für Sandra D. gestartet haben. An schlechten Tagen kann die 39-jährige Patientin ohne Hilfe nicht mal mehr Tee oder Brühe zu sich nehmen. Sie leidet nach einer Virus-Infektion im Jahr 2022 an Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom ME/CFS.

„Das ist so furchtbar“, meint zum Beispiel ein Mann, der den Artikel über Sandra D. „mit Bestürzung gelesen hat.“ Andere berichten von Heilungsmethoden, die sie in Fernsehbeitragen gesehen haben und leiten verschiedene Links weiter. Eine Frau, die ebenfalls von ME/CFS betroffen ist, berichtet sie sei gerade auf dem Weg der Genesung und nennt ebenfalls Möglichkeiten, wo Sandra D. Hilfe bekommen könnte.

Doch die 39-Jährige muss vorsichtig sein. Das Krankheitsbild kennt mehr als 200 Symptome. Sie ist geräusch-, licht- und berührungsempfindlich, hat Schmerzen am ganzen Körper. Jeder und jede leidet anders unter ME/CFS, doch ein Leitsymptom haben sie gemein: die Belastungsintoleranz. Überschreiten Patienten ihre Grenzen, folgt binnen 72 Stunden der Crash. Die Symptome verschlimmern sich - nicht selten dauerhaft.

So ist es auch Sandra schon oft ergangen. Zwischenzeitlich ging es ihr besser und sie konnte sich in der Wohnung bewegen und die Kinder liebevoll begleiten, bis es zu einer erneuten Verschlechterung kam. Die Betreuung von Sohn und Tochter, die zehn und zwölf Jahre alt sind, wird großenteils vom Vater und der Familie, Nachbarn sowie einem Helfernetz abgedeckt. Sandras Mutter ist gesundheitlich aber selbst stark belastet und kann die Pflege alleine nicht tragen.

Auch hier bieten mehrere Menschen ihre Hilfe an. „Ich wohne zwar etwa eine Stunde entfernt, würde aber sehr gern zumindest ein kleines Stück Entlastung schenken – besonders den Kindern“, schreibt zum Beispiel eine Leserin. Sie würde ihnen gerne regelmäßig eine kleine Freude ermöglichen, „mal ein Gutschein für ein schönes Erlebnis (Kino/Schwimmbad/Zoo/Buchhandlung), mal ein Drogerie- oder Lebensmittelgutschein für kleine Extras im Alltag.“ Eine andere Frau kann sich vorstellen, direkt persönlich zu helfen und den Kindern ehrenamtlich Zeit zu schenken. Viele verweisen auf die Familienpatenschaften, die der Kinderschutzbund Erlangen anbietet.

Und dann gibt es noch die finanziellen Unterstützer. Nach Erscheinen des Artikels sind auf der Online-Plattform „GofundMe“ mehrere 1000 Euro eingegangen und das selbst gesteckte Spendenziel konnte erhöht werden. Es liegt aktuell bei 16.000 Euro (Stand 29. Januar). Viele Spender haben zur Überweisung auch das Verwahrkonto genutzt, das der Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung für Sandra zur Verfügung stellt. Der Verein begleitet die Familie seit Jahren.

Alle Unterstützer, Ehrenamtliche, Fremde und Freunde, die sich gemeldet haben, hoffen das Beste für Patientin und Familie. „Ich wünsche Sandra von ganzem Herzen, dass sich für sie Wege finden lassen, die für sie hilfreich sind“, schreibt jemand. „Es tut mir in der Seele weh, dieses Leid zu sehen und zu spüren.“

Spenden sind möglich an: Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung, IBAN: DE 86 7605 0101 0013 0062 83, Verwendungszweck: „Spende Sandra D.“. Die Online-Spendenkampagne ist über den Link https://www.gofundme.com/f/ein-herz-voller-kraft-ein-korper-ohne-energie erreichbar.