Weißenburg/Gunzenhausen - Die wilde Verfolgungsjagd, die am Dienstagabend mit einem Unfall am Kreisverkehr der Westtangente bei Emetzheim endete, ist Tagesgespräch in Weißenburg und Umgebung. Einsatzkräfte des SEKs nahmen zwei türkischstämmige Männer fest.
28.01.2026 10:13 Uhr

Bei der geplanten Durchsuchung einer Wohnung in Absberg ergriffen am Dienstagnachmittag zwei Männer mit einem Auto die Flucht. „Während der Fahrt eröffneten sie das Feuer auf Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos“, berichtet das Polizeipräsidium Nürnberg.

Ermittlungen hatten ergeben, dass sich in der Absberger Wohnung Personen aufhalten, die möglicherweise scharfen Schusswaffen bei sich haben könnten. Daher wurde das SEK angefordert.

Mit 100 durch den Ort

Die Beamten stellten vor dem Wohnanwesen gegen 17 Uhr ein Auto mit niederländischer Zulassung fest, in dem zwei Männer saßen. „Als der Pkw kontrolliert werden sollte, flüchtete das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Pfofeld. Aus dem Fluchtfahrzeug heraus wurden hier erstmals Schüsse in Richtung des Polizeifahrzeugs abgegeben“, berichtet Polizeipressesprecher Michael Konrad.

Die Flucht, teilweise mit einer Geschwindigkeit innerorts von weit über 100 km/h - Konrad sprach von „rigorosem Fluchtverhalten“ - führte über die Orte Dornhausen, Gundelsheim, Wachenhofen und Weimersheim bis zum Ortseingang nach Weißenburg. Die Polizei setzte bei der Verfolgung auch einen Hubschrauber ein. Am Kreisverkehr an der Emetzheimer Straße krachte das Fluchtfahrzeug dann in ein anderes Auto.

Schüsse auf die Reifen

„Spezialeinsatzkräfte schossen dann auf einen Reifen des bereits stehenden Fluchtfahrzeugs, um eine Weiterfahrt zu unterbinden. „Die beiden Insassen des Fluchtfahrzeugs wurden eingeklemmt und im weiteren Verlauf befreit und festgenommen“, berichtet die Polizei. Bei den beiden Insassen handelte es sich um zwei türkische Männer im Alter von 23 und 24 Jahren. Beide wurden bei dem Unfall verletzt.

Der Rettungsdienst brachte sie mit Polizeibegleitung ins Krankenhaus. Drei SEK-Beamte erlitten nach Polizeiangaben bei dem Zugriff Verletzungen, die ärztlich behandelt werden mussten. Die Insassen des gerammten Autos wurden Pressesprecher Konrad zufolge „nicht schwerer verletzt, jedoch vorsorglich ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert“.

Einschusslöcher in der Motorhaube

Am Polizeifahrzeug stellten die Beamten ein Einschussloch an der Motorhaube fest. Das Anwesen in Absberg wurde, nach der Flucht weiter überwacht. Als kurze Zeit später ein 30-jähriger Türke das Wohnhaus verlassen wollte, wurde er festgenommen. Dabei zog er sich der Polizei zufolge eine Kopfplatzwunde zu.

Das SEK durchsuchte das Anwesen, in dem sich keine weiteren Personen mehr aufhielten. „Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich eine vierte Person auf der Flucht befindet, wurde der Bereich um das Wohnhaus bis etwa 23 Uhr unter Hinzuziehung eines Polizeihubschraubers sowie eines Personensuchhunds ergebnislos abgesucht“, heißt es im Polizeibericht.

Was sind die Hintergründe?

Sowohl an dem Haus in Absberg als auch m Fluchtfahrzeug sicherte die Kriminalpolizei zahlreiche Spuren. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen den Beifahrer des Fluchtfahrzeugs (24) wegen versuchten Mordes sowie gegen den Fahrer (23) wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei Ansbach in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Ansbach geführt. Die Ermittlungen umfassen auch, inwieweit die Tatverdächtigen in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden sind.