
Die Deutsche Bahn will in den kommenden Wochen und Monaten für mehr Sicherheit und Sauberkeit an 25 Bahnhöfen in Deutschland sorgen. Dafür begann der bundeseigene Konzern heute ein sogenanntes Sofortprogramm, das Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eingefordert hatte. Zu den ausgewählten Bahnhöfen gehören die Hauptbahnhöfe in Nürnberg, Frankfurt, Köln, Berlin, Essen, Hamburg, Hannover und Bremen. In Nürnberg hat es in den vergangenen Jahren immer wieder massive Kritik an den Zuständen im und rund um den Hauptbahnhof gegeben. Auf der Liste der Bahn finden sich neben den Metropolen auch kleinere Stationen wie die Bahnhöfe in Dillingen, Pasing, Greifswald, Remagen, Reutlingen und Bitterfeld. Im Laufe des Jahres sollen zudem weitere Bahnhöfe hinzukommen.
Konkret will die Bahn dort mehr Sicherheitskräfte einsetzen. Für mehr Sauberkeit soll mehr Geld und mehr Reinigungspersonal zur Verfügung stehen. Zudem sollen doppelt so viele Bahnhöfe wie im Vorjahr einen sogenannten Frühjahrsputz erhalten - rund 1400 statt zuletzt 700 Stationen. Mit der Bundespolizei arbeitet der Konzern eigenen Angaben zufolge daran, weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik auszustatten.
Darüber hinaus würden derzeit bundesweit mobile Handwerkerteams rekrutiert, die kleine Reparaturen gebündelt und schnell abarbeiten sollen. „Damit soll es künftig schneller gehen, hier eine Glasscheibe auszutauschen, dort Graffiti zu entfernen oder auch einfach mal eine Vitrine zeitnah und zügig zu reparieren“, sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla.
Die Pünktlichkeit der Bahn wird sich nicht schnell verbessern lassen
Minister Patrick Schnieder hatte in seiner Bahn-Strategie vergangenes Jahr drei Sofortprogramme gefordert: Neben Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen sollen auch die Kundenkommunikation und der Komfort in den Fernverkehrszügen schnell verbessert werden. Bei den großen Problemen der Bahn wie etwa der schlechten Pünktlichkeitsquote ist dagegen mehr Geduld gefragt, da hier vor allem die Sanierung der maroden Infrastruktur als entscheidender Hebel gilt. Diese wird aber noch Jahre und Jahrzehnte dauern.
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte das neue Programm für Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. „Das ist ein erster Schritt, der dringend nötig ist“, sagte der Vorsitzende Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Er betonte, dass konkret auch die Sicherheit an den Bahnsteigen verbessert werden müsse.

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