
Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Das sagen keine links-grün angehauchten Ideologen, sondern das sagt CSU-Vize Markus Weber. Gleichzeitig öffnet jener Weber im Namen der Union und der Europäischen Volkspartei, der er vorsteht, ein Hintertürchen für die althergebrachten Motoren, die der Umwelt schaden. Wie ist das zu erklären?
Die Antwort ist so banal wie unbefriedigend: Die Politik hat kalte Füße bekommen, Angst vor der eigenen Courage. Denn das Aus für die Verbrenner war längst beschlossen, der Aufschrei der betroffenen Konzerne hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Alle begannen, sich auf die elektrisch angetriebene Zukunft vorzubereiten. Durchaus mit Erfolg: Die jüngst präsentierten Fahrzeuge von VW, Audi, BMW und Mercedes haben Lob vom Fachpublikum erhalten, zumal auch der Einstieg in die günstigere Modellpalette gelungen ist.
Aus für Verbrennermotoren: Nun dürften die rückwärtsgewandten Kräfte Morgenluft wittern
Nun dürften die rückwärtsgewandten Kräfte Morgenluft wittern. Begründet wird der Roll-Back mit den gefährdeten Arbeitsplätzen und einer generellen Skepsis gegenüber Regulation seitens der Politik. Das erste Argument, also der Job-Abbau, ist nicht vom Tisch zu wischen. Bereits jetzt gehen Tausende von Stellen in Bayern verloren, weil klassische Zulieferfirmen schlicht nicht mehr benötigt werden. Mit jedem verkauften E-Fahrzeug verschärft sich diese Situation. Eine längere Lebenszeit für Verbrenner hat allerdings nur ein langsameres Sterben solcher Betriebe zur Folge. Verhindert werden kann die Transformation dadurch nicht.
Und wenn EVP-Chef Weber die Regulatorik bemüht, die angeblich von linken Ideologen eingesetzt werden soll, um ihre politisch gewollten Ziele zu erreichen, ist anzumerken: Die Konservativen, insbesondere die CSU, greifen immer dann zu regulatorischer Politik, wenn es ihren Zielgruppen dient (Landwirtschaft zum Beispiel). Denjenigen, die sich für ein klares Enddatum des Verbrenners eingesetzt haben, ist mindestens ein übergeordnetes Zielbild zu attestieren: Sie wollten damit auch die Klimaziele auf europäischer Ebene konsequent erreichen.
Doch mit der Klimapolitik hat es die EU derzeit nicht so. Im Gegenteil: Klimaziele werden aufgeweicht. Das ist ein Fehler, der allenfalls kurzfristig Erfolg verspricht. Womöglich steigern jene Politiker ihre Wahlchancen, die den Menschen vorgaukeln, der Wandel hin zu einer konsequent ökologischen Ausrichtung, zu einer auf möglichst wenig Emissionen setzenden Politik sei beliebig verhandelbar. Auf lange Sicht schaden sie der EU im globalen Wettbewerb massiv. Schon heute ist erkennbar, dass ausgerechnet China (bis vor kurzem noch Umweltverschmutzer Nummer eins im globalen Maßstab) die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf regenerierbare Energiequellen und „grüne“ Umweltpolitik setzen wird.
Und was den Wahlerfolg anbelangt: Dieses Argument hat einen äußerst faden Beigeschmack. Denn enkeltauglich ist eine Politik, die alte Technologien am Leben hält, gewiss nicht.

4 Kommentare
M95L
...es ist dem Weltklima gleichgültig, ob die Menschen rechtzeitig ihr eigenes Überleben auf dem Planeten sichern. Was bereits erfolgt, sind die Konsequenzen für Nicht-Handeln, zu spät oder unzureichend. Die Erkenntnis ist lange vor Herrn Habeck entstanden. Die aus den Erkenntnissen sich ergebenden Handlungsnotwendigkeiten scheitern noch zu oft...
13.12.2025 13:30 Uhr